Fahrbericht Skoda Kodiaq 2.0 TDI SCR Style 4x4
Böhmischer Bär auf Touaregs Spuren

Der Kodiaq darf Ecken und Kanten zeigen. Bild: bz
 
Mit dem kräftigen Vorderwagen stemmt sich der Bär aus Böhmen vehement gegen den Wind. Bild: bz

Böhmischer Bär auf Touaregs Spuren

Man muss nicht unbedingt nach Alaska reisen, um einem Kodiak zu begegnen. Auch in Europa findet sich das wohl mächtigste Landraubtier der Erde. Zuhauf sogar. Allerdings nur dem Namen nach in Form von Skodas größtem SUV. Da muss der böhmische Bär das "K" mit einem "Q" tauschen.

Volkswagens tschechische Tochter stellt nicht nur einen mächtigen Geländegänger auf die Räder, sondern demonstriert damit auch gleich den Willen, sich im Rudel der Großen und Starken nachdrücklich zu behaupten. Der Skoda rückt den Konzernbrüdern auf die Pelle und drängt sich mitten zwischen Tiguan und Touareg.

Das ist schon ein Trumm von einem Auto, auch wenn eine geschickte Linienführung die wahre Größe kaschiert. Der Blick in den Innenraum aber offenbart Platz in Hülle und Fülle. Vorne gibt's reichlich Luft über dem Scheitel. Hinterbänkler müssen auch dann nicht um die Kniescheiben fürchten, wenn Sitzriesen vorne Platz genommen haben. Und dann lässt sich ja auch noch die Bank um 18 Zentimeter verschieben. Der Kofferraum hält dem Vergleich mit einer großdimensionierten Höhle durchaus stand. Ruckzuck lassen sich die Lehnen umlegen. Und wer beide Hände vollbepackt hat, öffnet die Heckklappe mit einem Fußwisch. Schaut zwar immer irgendwie komisch aus, wenn da ein Mannsbild auf einem Bein balancierend mit dem anderen noch akrobatische Verrenkungen macht, ist aber hilfreich.

Kein Schlüssel

Womit wir schon bei der Nachricht sind, dass sich der Kodiaq Keyless, also schlüssellos, auf- und zusperren lässt. Der Start-Stopp-Knopf versteckt sich zwar etwas, aber alle anderen Schalter und Hebel liegen gut zur Hand oder lassen sich über das Multifunktionslenkrad steuern. Das Infotainmentsystem reagiert zwar sehr sensibel, bietet aber so viele Möglichkeiten, dass die Bedienungsanleitung gelesen werden sollte, will man tatsächlich Freude daran haben. Unser Testwagen war mit dem "kleinen" Zweiliter-Diesel ausreichend bestückt. Zwar ist da nicht gerade ein Leichtgewicht in Bewegung zu bringen, doch das geht ganz flott. Auch von unten raus. Nur wer bergauf nicht rechtzeitig zurückschaltet, wird etwas bestraft. Dabei lassen sich die sechs Gänge recht leicht einlegen. Obwohl mit Vierradantrieb ausgestattet, versagten wir dem böhmischen Bären einen Ausflug ins Gelände. Und auch das adaptive Fahrwerk samt vier Fahrprofilen blieb weitgehend auf der "Normal-Stellung". Bemerkenswert, wie wenig Durst der Tscheche entwickelt.

Kein Wunder

So macht der Kodiaq keinen Kummer. Und wo doch einmal Unterstützung notwendig sein sollte, hilft Skoda Connected weiter. Dahinter verbirgt sich ein System, das Navigation mit Echtzeit-Informationen speist und entsprechend darauf reagiert oder Parkplatz-Informationen und aktuelle Kraftstoffpreise liefert. Bei einem Unfall wird automatisch ein Notruf abgesetzt. Und dass das Smartphone in vielfältiger Weise eingebunden wird, wen wundert's. In der Style-Version eh schon bestens ausgestattet, erfüllt eine Liste von Annehmlichkeiten noch jede Menge Wünsche. Die 360-Grad-Kamera zum Beispiel oder der Spurhalter und der Assistent, der den Kodiaq automatisch in Parklücken zirkelt. Das summiert sich dann. Völlig umsonst dagegen gibt es Skodas "Simply Clever"-Lösungen. Mittlerweile 30 an der Zahl. Schirme in der Seitenverkleidung der Vordertüren etwa. Oder die umlegbare Kofferraummatte. Oder die kleine Leuchte im Kofferraum, die sich herausnehmen und als Taschenlampe nutzen lässt.

Kein Problem

Der Kodiaq ist ein ungemein praktisches Fahrzeug, mit seiner schieren Größe jetzt nicht unbedingt ein Stadtauto. Wer aber mit Kind und Kegel oft auch länger unterwegs ist, der findet einen ausgesprochen angenehmen Begleiter.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.