24.05.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrbericht Volvo V90 D3 AWD Inscription Kombi mit Kante und Charakter

Kombi mit Kante und Charakter

Auf fast fünf Meter streckt sich der Volvo V90. Das bietet reichlich Platz für fünf Personen und Gepäck. Bild: bz
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Von Berthold Zeitler

Wer die Münchner Niere nicht mag, den vier Ringen aus Ingolstadt nichts abgewinnen kann und auch nicht zum Stern von Stuttgart schaut, der hat Schwedisches im Blick. Der Volvo V90 stemmt sich mit stilvoller Eleganz gegen alle Design-Verlockungen, darf wieder Kante und damit Charakter zeigen.

Dass schöne Kombis Avant heißen müssen, den Werbespruch macht der Skandinavier vergessen. Schließlich ist für nicht gerade wenige Volvo gleich Kombi. Klare Linien kennzeichnen den sportlichen wie kraftvollen Auftritt. Auf gut fünf Meter streckt sich ein Bild von einem Fahrzeug. Schöne Rücken entzücken halt. Zur selbstbewussten Optik kommt noch eine komfortable Innenraumgestaltung. Das Material ist hochwertig und bestens verarbeitet. Das Leder-Mobiliar versteht den Spagat zwischen Sport und Komfort. Platz gibt's jedenfalls genug. Und der Kofferraum schluckt auch Sperriges. Mit einem Handgriff sind die Rückbanklehnen umgeklappt, offenbart der V90 ein ebenes und leicht zu beladendes Gepäckabteil.

Souveräne Erscheinung

Was Volvo als revolutionär bezeichnet, das ist jedenfalls ein sehr komplexes Konzept, das doch einer längeren Eingewöhnung bedarf. Mit dem weitgehenden Verzicht auf Schalter und Knöpfe konzentriert sich die Bedienung der Fahrzeugfunktionen auf einen tabletgroßen Touchscreeen-Bildschirm. Das ist jedenfalls nicht immer intuitiv, manchmal auch umständlich. Und es lenkt doch vom Fahren ab. In unserem Testwagen verirrte sich das Navi. Nach einem Software-Update aber erkannte es sogar die Bärnauer Ortsumgehung. Das haben in den zwei Jahren seit Öffnung dieser Ost-West-Verbindung nur ganz wenige geschafft. Dass in Sachen Infotainment und Connectivity alles an Bord ist, was gut und teuer ist, versteht sich.

Unter der langen Haube unseres Testwagens werkelt der erst zum Modelljahr 2017 eingeführte "kleine" Selbstzünder. Leistung und Drehmoment reichen vollkommen aus für ein entspanntes Reisen, dank auch der feinfühligen Achtgang-Automatik. Der Schwede nimmt gerne das Gas an und zieht mühelos durch. Zwar erlaubt das adaptive Fahrwerk verschiedene Modi, wir beließen es aber weitgehend auf der Komfort-Stellung. Mit dem elektronisch gesteuerten Allrad gab es auch in Sachen Traktion keinerlei Probleme.

Fast wie von selbst

Den Einstieg in die Baureihe erlaubt Volvo mit 42 450 Euro. In der von uns gefahrenen Inscription-Version sind dann schon 56 500 Euro auf den Tisch zu legen. Dafür gibt's dann aber auch schon eine ganze Armada an Assistenten. Da erlaubt der V90 sogar teilautonomes Fahren bis zu Tempo 130. Das System erkennt Fußgänger und Radfahrer, ja sogar große Wildtiere bei Tag und Nacht und bremst automatisch ab, wenn es denn sein muss. Es weiß auch ohne Markierung wo die Fahrbahn aufhört, hält die Spur und den Abstand zum Vordermann. Das ist an sich schon beeindruckend, lässt sich aber noch mit dem einen oder anderen Ausstattungspaket ganz schön toppen: Head-up-Display, Premium Sound-Anlage, 360-Grad-Kamera samt Park-Assistent, elektrisches Panorama-Glas-Schiebedach mit Sonnenrollos für die hinteren Seitenfenster, Standheizung und Wifi-Hotspot sind nur ein kleiner Teil der möglichen Verführungen.

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