17.11.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nippon-Mini ein Comfort-Knabe Fahrbericht Suzuki Swift 1.0 Boosterjet Hybrid

Von Berthold Zeitler

Auch wenn er über Land keine schlechte Figur macht, die wahre Domäne des Swift Hybrid ist die Stadt. Intensive Farben sollen die Form zur Geltung bringen. Speedy Blue Metallic ist für 500 Euro zu haben. Bild: bz
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Wer Kleinwagen sagt, meint meist Suzuki. Die Japaner sind in dem Segment die erfolgreichste Marke. Und das weltweit. Jedes zehnte Auto dieser Art stammt aus dem Hause mit dem großen "S" im Kühlergrill. Und der Swift ist da nicht ganz unschuldig.

Der freche Flitzer ist Nippons Antwort auf den Mini. In der sechsten Auflage steht der kleine Japaner auf einer neuen Plattform, wirkt eine Spur kräftiger. Keck ausgestellte Kotflügel zeichnen eine athletische Figur. Dabei hat der Klassenkamerad von Polo, Corsa und Co. mit Muskelspiel eigentlich nicht viel im Sinn, auch wenn sich die sportlichen Gene nicht verleugnen lassen. So macht ein flotter Dreizylinder den Swift zum Sprinter. Ein Turbo-Booster treibt das Einliter-Motörchen zu Bestleistungen. Das sorgt auch für einen Sound, der je nach Geschmack zwischen "angenehm kernig" und "etwas rau" einzuordnen ist. 111 PS und ein kräftiges Drehmoment machen den Japaner zum Temperamentsbolzen und treiben ihn flugs aus dem Drehzahlkeller. Der enorme Schub macht auch Überholen zum Kinderspiel. Höchstens ein sechster Gang wird da vermisst.

Spaßmacher

So wuselt der Kleine nur so durch den Verkehr und sorgt für reichlich Fahrspaß. "Schuld" daran ist ein sogenannter Mildhybrid samt Startergenerator. Der hilft dem Leichtgewicht beim Losfahren und Beschleunigen mit elektrischer Energie auf die Sprünge, die wiederum beim Bremsen (Rekuperation) gewonnen und in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert wird. Das mag beim reinen Stadtverkehr die versprochenen Verbrauchsvorteile durchaus bringen, bei unseren Fahrten über Land allerdings wollten sie sich nicht einstellen. Fast zwei Liter über den Werksangaben sind dann doch zuviel des Guten. Dabei haben wir noch nicht einmal das Leistungspotenzial auf der Autobahn abgerufen.

Stadtflitzer

So dynamisch sich der Swift in Schale wirft, im Innenraum geht es eher nüchtern zu. Die Anzeigen dominiert ein großer Touchscreen-Monitor, über den sich im Verein mit dem Multifunktionslenkrad nahezu alle Funktionen bedienen lassen. Eher ein spielerischer Gag ist die digitale Multifunktionsanzeige, weil die Informationen nicht auf den ersten Blick rüberkommen. Der Start-Stopp-Knopf versteckt sich etwas, die Schalter für die Sitzheizung ebenfalls. Die lässt sich leider nicht abstufen, sorgt so aber schnell für einen (zu) heißen Hintern. Vier Personen - auch jenseits der 1,80 Meter - finden in dem Stadtflitzer ausreichend Platz. Der Mittelsitz hinten ist höchstens Kindern auf Kurzstrecke zuzumuten. Der Kofferraum ist klassenüblich, schweres Gepäck will aber über eine hohe Ladekante gewuchtet werden.

Spurhalter

Wer den Mildhybrid haben will, muss die Comfort+-Ausstattung in Kauf nehmen. Aber die ist reichlich. Der Swift hält die Spur, misst den Abstand und regelt das Tempo, warnt vor Müdigkeit und Gefahren und bremst auch selbstständig, wenn es denn sein muss. Rückfahrkamera und Klimaautomatik, modernstes Infotainment und praktische Smartphone-Anbindung sind ebenfalls an Bord. Das lässt keine Wünsche offen, treibt aber auch den Preis.

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