17.02.2018 - 17:37 Uhr
Deutschland & Welt

Phaetomenaler Passat Fahrbericht VW Arteon

Arteon - ein Name, der eher nach einem Kulturevent eines Energieriesen klingt, denn nach dem neuen großen Volkswagen. Der ist nicht mehr Passat aber noch nicht Phaeton - und überrascht.

von Michael Ascherl Kontakt Profil

Denn je nach Anspruch und Geldbeutel des künftigen Besitzers setzt der Arteon die Range sehr weit: Als Basisbenziner mit 150 PS kostet er ab 35 325 Euro und lockt - nicht einmal so schlecht ausgestattet - den Passatinteressenten, der's gerne eine Nummer schicker hat. Im Falle unseres Testwagens wirbelt er die Businessklasse durcheinander, bietet alle Features der - auch konzerninternen - Konkurrenz. So erreicht der mit Extras vollgestopfte Testwagen einen Listenpreis von 66 000 Euro. Das ist gerademal der Basispreis das neuen Audi A 7.

280 PS, Allradantrieb, R-Line-Ausstattung und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe - das sind die Eckdaten der 4,86 Meter langen Coupé-Limousine. Frappierend, wie deutlich der Arteon dank der in dieser Konfiguration serienmäßigen adaptiven Fahrwerksregelung seinen Charakter ändert, und zwar vom zurückhaltenden Spar-Cruiser über die komfortable Reise-Limousine bis hin zum sportlichen Kurvenräuber. Der Arteon kann's, und das sehr gut. Zum Charakter ändert sich auch der Klang - von, dank Akustikpaket, kaum hörbar bis zu rotzig prustend im Sportmodus. Dann werden sogar Schaltvorgänge mit Zwischengastönen intermezziert.

Üppig Platz

Innen herrscht die große Üppigkeit, sowohl beim Platz als auch bei der Ausstattung. Fahrer und Beifahrer wohlfühlen in sportlich geformten Ledersesseln, selbstverständlich beheizt und auf der Fahrerseite mit Massagefunktion (1060 Euro). Hinten geht es ebenfalls sehr großzügig zu, auch Riesen werden mit ihren Knien nicht in Kontakt mit der Rückseite der Vordersitze kommen. Der Kofferraum fasst ordentliche 563 Liter und öffnet elektrisch per Fußkick, Schalter im Innenraum oder Druck auf das Markenemblem im Heck.

Es fehlt kein Assistent der Oberklasse. Die wichtigsten: Tempomaten, der sich am Vordermann orientiert und Verkehrszeichen liest und sich an Geschwindigkeitsvorschriften hält (bis 210 km/h); Ein- und Ausparkautomat, Vogelperspektive aufs Fahrzeug, Frontassist mit Notbremsfunktion, Fernlichtassistent und Emergency-Assist, der den Arteon abbremst und warnblinkend an den Straßenrand steuert, wenn der Fahrer längere Zeit nicht reagiert. Und dann ruft der Wagen selbstständig Hilfe herbei. Bei der Qualität der Materialien trägt der Arteon nicht ganz so dick auf wie Mercedes, BMW oder Audi, hält den Abstand aber sehr klein - auf nicht unangenehm zurückhaltende Weise. Ein Wort noch zur Farbe, dieses Kurkumagelb, das man mögen muss. Zum Arteon passt es deshalb so gut, weil es - je nach Fahrmodus - mal als betuliches Goldmetallic durchgeht, andererseits als caramba-scharfes Paprikagelb.

Fazit: Wenn der Phaeton als Luxuslimousine zu nah am Passat war, dann ist der Arteon ein Passat, der den Sprung in die Luxusklasse schafft. Und schick ist er auch noch.

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