13.04.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ready to ride Neuheiten für die Motorrad-Saison 2018

In der Motorrad-Saison 2018 steht die Startampel auf Grün. Was erwartet die Biker an Neuheiten und Innovationen?

Die Royal Enfield Interceptor 650 Twin. Bild: Royal Enfield
von Agentur MIDProfil

Kawasaki Z 900 RS: Der inoffizielle Star der Motorrad-Saison 2018 kommt nach Meinung vieler Experten aus Japan: Entgegen jeglicher PS-Protzerei schwimmt nun auch Kawasaki endgültig auf der Retro-Welle mit seiner charmanten Neuinterpretation eines "nackten" Youngtimers. Die Z 900 RS erinnert zwar eindeutig an die 1970er-Jahre-Ikone Kawasaki 900 Z1, verdreht mit ihrem nostalgischen Charme aber beileibe nicht nur angegrauten Old-Schoolern den Kopf. Mit ihrem hochmodernen Vierzylindermotor übertrifft sie ihren Urahn Z1 um rund 30 PS (111 PS aus 948 ccm Hubraum) und ist um ebenso viele Kilogramm leichter. Wem das noch nicht genügt: Die Retro-Kawa ist alternativ als Cafe Racer namens "Z 900 RS Cafe" zu haben - im klassisch-giftgrünen Look und mit sportlicher Halbschale. Die Preise für die beiden Nostalgie-Kawas: Ab 11 695 Euro für die Z 900 RS, 12 195 für die Z 900 RS Cafe.

Royal Enfield Interceptor 650 Twin und Continental GT 650 Twin: Die Geschichte rund um Royal Enfield ist faszinierend. 1901 begann die britische Marke, Motorräder zu bauen. 1932 war die Bullet ein wegweisendes und bald legendäres Modell. 1970 ging die englische Mutterfirma pleite, und fortan produzierten nur noch ehemalige indische Lizenznehmer Bikes im Namen von Royal Enfield. 2018 stellen die Inder ihre ersten Zweizylinder-Bikes vor: die Interceptor 650 Twin und die Continental GT 650 Twin. Das Twin-Duett steht für Aufbruch, denn in der Neuzeit war Royal Enfield bisher bestenfalls mit 500-ccm-Einzylindern unterwegs. Der neue 648-ccm-Parallel-Twin leistet immerhin 48 PS (also geeignet für Führerscheinklasse A2) und entwickelt 52 Newtonmeter Drehmoment. Im klassischen Stil der 60er Jahre tritt die Interceptor auf, betont sportlich und im Café-Racer-Look die Continental GT. Typisch für Royal Enfield: Beide Modelle werden unheimlich viel Bike fürs Geld bieten und wohl für rund 7000 Euro zu haben sein.

Honda CB 1000 R: Unter dem ebenfalls nach Retro klingenden Design-Motto "Neo Sport Cafe" schickt Honda die Neuauflage seines bisher hochmodernistischen Naked Bikes CB 1000 R 2018 ins Rennen. Zahlreiche attraktive Echtmetall-Flächen und Hondas traditionelles Flügel-Logo am Tank verströmen klassisches Flair, kantige Linienführung sorgt für einen modernen Auftritt. Die Mischung wirkt durchaus geeignet, um mit dem jetzt 145 PS starken Motorrad möglichst breite Kundenschichten anzusprechen. Der besseren Fahrbarkeit wegen hat Honda das Drehmoment des 1,0-Liter-Vierzylinders im mittleren Drehzahlbereich deutlich angehoben. Insgesamt sollte die neue CB 1000 R vor allem fahraktive Klassik-Fans besser bedienen, als dies reine Retro-Bikes meist schaffen - etwa die recht schwere Markenschwester CB 1100 EX. Die 1000 R ist im Vergleich zur Vorgängerin um 12 kg entschlackt und bringt fahrfertig nicht mehr als 212 kg auf die Waage, was ein imposantes Leistungsgewicht ergibt. Wem die 12 985 Euro für die normale und 14 485 für die besonders edle CB 1000 R+ zu viel sind: In ganz anderen Hubraum- und Preisregionen gibt es immerhin im selben Stil eine CB 125 oder 300 R.

Ducati Panigale V4: Seit jeher poltern die Motorräder aus dem Bologneser Stadtteil Borgo Panigale im unregelmäßigen Takt von 90-Grad-V2-Motoren dahin. An der Spitze von Ducatis Modellpalette ist damit 2018 Schluss: Das revolutionär motorisierte Superbike Ducati Panigale V4 übernimmt die Führungsrolle - bei Ducati und insgesamt. 214 PS Leistung bei nur 198 kg fahrfertigem Ballast, so lautet das Patentrezept der neuen Italo-Rakete Ducati Panigale V4, die ab sofort die Rivalen von BMW und aus Japan hinter sich lassen soll. Reichlich Knowhow von Ducatis aktueller MotoGP-Rennmaschine "Desmosedici" trägt mit dazu bei, den Superbike-Bestseller BMW S 1000 RR (199 PS, 208 kg) zu attackieren. Elektronische Helfer wie Kurven-ABS, Startautomatik ("Launch Control") oder Schnellschalt-Hilfe ("Quickshifter") oder Wheelie-Kontrolle helfen natürlich dem beneidenswerten Panigale V4-Piloten, die gewaltigen PS sowie brachiale 124 Nm Schubkraft kontrolliert auf den Asphalt zu bringen. Die Preise für die drei Varianten Panigale V4 starten bei 21 990 und reichen bis 39 900 für die V4 Speciale.

BMW F 750 und 850 GS: Der deutsche Motorrad-Marktführer legt sich 2018 vor allem in der wichtigen Mittelklasse mächtig ins Zeug und hat seine Enduros F 750 und 850 GS von Grund auf renoviert. 853 ccm Hubraum haben sie trotz der unterschiedlichen Modellnamen beide. Doch die F 750 GS gibt sich mit 77 PS zufrieden und soll zu moderateren Preisen und mit niedriger Sitzhöhe vor allem ein Allrounder für Einsteiger oder kleingewachsene Biker sein. Als leicht zu händelndes Bike wird sie auch bei Frauen sehr beliebt sein. Ein großes TFT-Display und Connectivity mit Smartphones zeichnet sowohl die 750 als auch die F 850 GS aus, die jedoch mit 95 PS deutlich stärker an den Start geht. Sie ist offroad-orientierter und soll auch für die lange Tour besonders geeignet sein. Der BMW-Motorpartner für die Mittelklasse-Enduros heißt nicht mehr wie bisher Rotax aus Österreich, sondern Loncin aus China. Der neue Twin poltert dank Hubzapfenversatz und speziellem Zündzeitpunkt im V2-Takt. Trotz erheblicher Mehr-Ausstattung werden die Preise nur moderat steigen - voraussichtlich auf 11 700 Euro für die F 850 GS und etwa 9100 für die F 750 GS.

KTM 790 Duke: Schnell hat sich die brandneue Österreicherin einen Spitznamen verdient, denn wie ein "Skalpell" soll sie durch Kurven schneiden. Und wie ein messerscharfes Instrument soll sie auch die Konkurrenz in Schrecken versetzen. Seit 1993 gilt der einzylindrige Herzog ("Duke") bei KTM als die Fahrmaschine schlechthin: wieselflink und federleicht, deshalb bereits mit relativ geringer Leistung ein absolutes Spaßgerät. Jetzt schlägt die Stunde des Zweizylinders, denn der Sprung von 692,7 auf 799 ccm Hubraum geht mit der Verdoppelung der Zylinderzahl einher. Der neue Twin stemmt 105 PS und amtliche 86 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle - bei nur 169 kg Trockenballast ist flottes Vorwärtskommen garantiert. 9790 Euro verlangt das Skalpell unter den 2018er-Motorrädern seinem neuen Besitzer ab. Solvente Fahranfänger aufgepasst: Es gibt die KTM 790 Duke auch Klasse A2-konform mit 48 PS. Man munkelt bereits, die neue Zweizylinder-Mittelklasse aus Österreich sei jeden einzelnen Euro-Cent wert.

Triumph Speed Triple S und RS: Die für die Engländer so wichtige "Speedy" geht 2018 neu an den Start und soll Maßstäbe setzen bei den "nackten Kanonen". Mit 150 PS und mehr Fahrhilfen denn je soll die flotte Britin, die einst das Segment der unverkleideten Sportbikes mit begründete, für frischen Wind sorgen. Unter anderem ein TFT-Farbmonitor, neue Bedienelemente, E-Gas und ein neuer Bordcomputer haben Triumphs neue Speed Triple S up to date gebracht. Speziell der RS sind wegen ihrer technischen Voraussetzungen innovative Assistenzsysteme vorbehalten wie Kurven-ABS und Kurven-Traktionskontrolle. Damit stemmt sich Triumph gegen die wachsende Konkurrenz von extremen Hochleistungs-Naked-Bikes wie der BMW S 1000 R mit 165 PS oder der KTM Super Duke R mit sogar 177 PS. Ob die Leistungs- und Technologie-Kur reicht, um das klassische Naked Bike Triumph Speed Triple in der Erfolgsspur zu halten, wird erst die Saison zeigen.

Yamaha Niken: Nicht ganz unumstritten unter Motorradfahrern, aber immer wieder faszinierend ist das Konzept der Dreirad-Roller. Nach Pionieren wie Piaggio betritt jetzt auch Yamaha das etwas schlüpfrige Parkett der ungewöhnlichen Fahrzeuge. Vorteile bei der Traktion dank zweier Vorderreifen stehen dem nicht gerade coolen Image entgegen. Doch die Japaner halten mit der imposanten Motorleistung von 115 PS dagegen sowie mit hochwertigen Fahrwerkskomponenten. Die doppelte Vorderradführung, die zum Modellnamen Niken (steht im Japanischen für "zwei Schwerter") führte, arbeitet mit Upside-Down-Gabelholmen und ermöglicht dem Niken-Piloten bis zu 45 Grad Schräglage.

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