20.05.2010 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Sulzbacher Woizkirwa

Eine Kirchweih in Sulzbach wurde bereits um 1550 in Kirchenbüchern
als religiöses Fest, bei dem den Armen Almosen gegeben wurden,
erwähnt. Um 1665 gab es im Jahresverlauf bereits fünf Kirchweihen (gemäß der Anzahl der Sulzbacher Kirchen). Um 1750 kam dann nochmals eine dazu.

Sulzbacher Woizkirwa
von Redaktion OnetzProfil

Wann der jetzige (weltliche) Ablauf der Kirchweih oder Kirwa in
Sulzbach Einzug fand, liegt im Dunkeln. Überliefert ist jedoch, dass bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Kirwa in der heutigen Form durchgeführt wurde. Dem Brauchtumswart des
Heimatvereins Birgland und Stadtheimatpfleger Hanns Binder ist es zu verdanken, dass die Woizkirwa 1958 wiederbelebt wurde.

Ablauf: Freitag: Bätzwaschen, Schlachtschüsselessen. Samstag: Festzug
durch die Stadt zum Baumaufstellen am Luitpoldplatz.Sonntag: Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Marien. Während die Moila am Nachmittag in den Wirtshäusern eine ordentliche Zeche machen, gehen die Kirwaboum zusammen mit den Altkirwaboum und Freunden zum Gasthaus „Zur Landkutsche“, dem ältesten Wirtshaus in Sulzbach. Dort wird dann eine weitere Tradition, nämlich die des freien Wirtshaussingens mit Kirwa-, Farthenliedern und alten
Schlagern gepflegt. Anschließend Einholen der Moila und Baumaustanzen. Montag: Austanzen der verheirateten Kirwapaare und Kirwabaumverlosung. Um 24 Uhr wird auf dem Podium gemeinsam das Morgenlob gesungen und das offizielle Ende der Kirwa verkündet.

Es spielen ausschließlich die Musikgruppen der beiden Trachtenvereine. Diese Gruppen haben in den letzten Jahrzehnten die Volksmusik in der westlichen Oberpfalz mitgeprägt und sind nach wie vor auch auf vielen Kirwan im westlichen Landkreis gefragte Kapellen fürs Kirwabaumaustanzen. Wie es sich in der überlieferten Volksmusik gehört, wird an allen Tagen traditionelle Oberpfälzer Blasmusik ohne Elektronik oder Lautsprecher gespielt.

Getanzt werden: Schottisch, Landler, Rheinländer, Dreher, Bairische (= Oberpfälzer Ausdruck für den Zwiefachen). Durch einen Wecker wird nach etwa 30 Minuten das neue Oberkirwapaar auserwählt. Es folgt der Ehrentanz. Der Kirwa-Bätz, geführt seit vielen Jahren vom Kirwamatador „Winter Wolf“, ist vom Moilaeinholen bis zum Austanzen mit von der Partie.

Die Kirwaboum tragen die Tracht der beiden Sulzbacher Trachtenvereine Heimatverein Birgland und HTV Stamm. Die Tracht besteht aus schwarzen Schuhen, weißen bzw. dunkelblauen Kniestrümpfen, Kniebundlederhose, weißem Hemd, roten oder braunen Laiberl und schwarzen oder grauen Hut je nach Variation. Die Kirwamoidln tragen ein langes Dirndl mit Schürze. Es wird darauf geachtet, dass kein Landhausstil getragen wird.

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