01.03.2018 - 09:29 Uhr
Deutschland & Welt

Wider jede Vernunft, hurra! Mit dem Stelvio Quadrifoglio auf der Rennstrecke

Da reist man nach Südspanien, auf die Rennstrecke von Ascari, um den stärksten Alfa-SUV zu testen, und dann regnet es. Glück muss der Mensch haben.

Stürmischer Auftritt: Der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio mit 510 PS ist in Windeseile auf Tempo 100.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Denn erst wenn die Fahrbahn schmierig ist und feucht, zeigt sich, was der Stelvio Quadrifoglio kann: schnell sein unter allen Umständen. Dank Allradantrieb. Die Daten: 510 PS, 600 Newtonmeter Drehmoment, Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 283 km/h, Kostenpunkt: 89 200 Euro. Der Motor: ein V 6-Biturbo "inspired by Ferrari", wie es bei Alfa heißt. Im Aufbau ähnelt das Aggregat laut Konzernsprecher Sascha Wolfinger dem Achtzylinder des Ferrari California T, nur eben mit zwei Zylindern weniger. Ein Mangel ist das freilich nicht.

Leistung satt, und der Stelvio mit dem vierblättrigen Kleeblatt (Quadrifoglio) an der Flanke macht keinen Hehl daraus. Freudig posaunt er den (wahlweise manuellen oder automatisierten) Wechsel seiner acht Gänge hinaus, direkt, stoisch und wankarm folgt er den Kommandos des Volants. Im "Dynamic"-Modus, den die Instruktoren in Ascari wegen des diffizilen Untergrunds empfehlen, greifen die elektronischen Helfer sofort ein, sobald das Heck auszubrechen droht. Und es droht. In nahezu jede der 26 Kurven schmeißt sich der gar nicht so schwer wirkenden Wagen mit Wucht und Wonne, Anstiege sind bei dieser schieren Kraft nicht wahrnehmbar, die 5,425 Kilometer des Kurses sind schneller umringt als sich die Glücksbotenstoffe ihren Weg in die Hirnhälften bahnen.

Warum? Weil da Schwester Ratio ihre Schranken aufgebaut hat und mahnt: Schau mal auf den Momentanverbrauch (30 Liter), denk mal an die Umwelt, ist so ein Auto in Zeiten, wo Städte ganze Autorassen aussperren dürfen noch zeitgemäß, hast du nichts besseres zu tun? Doch, natürlich: Runde zwei, drei und vier stehen an ... Ganz im Ernst: Alfa Romeo wird nach eigenen Angaben rund 500 Stelvio Quadrifoglio im Jahr verkaufen. Eine umwelttechnisch zu vernachlässigende Zahl. Normverbrauch übrigens: 9 Liter. Zurück ins Auto: Nicht nur der Motor erinnert an das Cavallino Rampante der Schwestermarke, sondern auch die serienmäßigen Alu-Schaltpaddel und der rote Startknopf im Lenkrad. Schaden kann's nicht. Bei normalen Fahrbedingungen leitet das Allradsystem 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse. Entsteht Schlupf an den Hinterrädern, so werden bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderachse geleitet. Wir müssen runter von der Rennstrecke. Die Sonne kommt raus.
Impressionen von der Strecke:

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