19.10.2017 - 13:58 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrbericht Kia Rio 1.4 Spirit Der rückt den Kompakten auf die Pelle

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Autobauer preisen gerne die Demokratisierung der Technik. Vor allem die Premiumhersteller nehmen den Satz gerne in den Mund, wenn sie mal wieder ein Modell vorstellen, das mit interessanten Features prahlen darf, die man sonst nur in den oberen Klassen findet. Auch Kia hat so ein Auto.

Die Koreaner legen ja derzeit einen ungeahnten Imagewandel hin und punkten mit einem frischen Aussehen, einer Ausstattung, die kaum noch Wünsche offen lässt, und einer Technik vom Allerfeinsten. Das neue Selbstbewusstsein markieren auch Autos vom Schlage eines Rio, der mittlerweile dem Kleinwagenformat entwachsen ist und der Kompaktklasse auf die Pelle rückt. Da streift der Kleine mit der prägnanten “Tigernase” auch gerne das Image des Billigheimers ab.

Interessante Alternative

In der mittlerweile vierten Generation ist der Rio mehr als nur eine interessante Alternative zu Corsa, Polo und Co. “Urban green” nennen die Koreaner die schicke Farbe, die den Fünftürer noch eine Idee gestreckter erscheinen lässt. Zwar ist die Schräghecklimousine nur 15 Millimeter länger als ihr Vorgänger, doch sie bietet deutlich mehr Platz. Die Beinfreiheit ist reichlich. Und über dem Scheitel ist auch noch genug Luft.

In Sachen Ergonomie gibt’s nix zu mäkeln. Da liegen alle Knöpfe, Schalter und Hebel gut zur Hand. Viele Funktionen lassen sich vom Lenkrad aus bedienen. Das schlüssellose Zugangssystem samt Start-Stopp-Knopf ist sehr angenehm, das Infotainment mit dem großen Touchscreen für diese Klasse überragend. Da wirkt alles seriös und erwachsen. Auch im Fahrverhalten. Da fühlt man sich im Rio stets besser aufgehoben als bei vielen seiner Kameraden. Und für ein Auto dieser Größe ist der Langstreckenkomfort bemerkenswert. Das Fahrwerk schluckt die meisten Verwerfungen. Kanaldeckel erinnern die Insassen aber schon manchmal daran, dass sie nicht in einer Nobelkutsche sitzen.

Unaufgeregter Arbeiter

Unser Testwagen war mit dem 1,4-l-Aggregat ausgestattet. Das muss gegenüber dem neuen Einliter-Motörchen zwar nur mit einem PS weniger auskommen, ist dem quirligen Dreizylinder aber in Sachen Drehmoment, Sprintvermögen, Höchstgeschwindigkeit und Verbrauch unterlegen. Dafür geht der Vierzylinder recht unaufgeregt an die Arbeit. Und die kann sich schließlich auch noch sehen lassen.

Zwischen der Einstiegsversion Attract und der von uns gefahrenen Variante Spirit liegen 5200 Euro. Dafür gibt’s jedoch jede Menge Gegenwert: einen autonomen Notbremsassistenten zum Beispiel. Und eine Rückfahrkamera, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Abbiegelicht, Regensensor, Klimaautomatik, beheizbares Lederlenkrad und eben solche Vordersitze, Klimaautomatik, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und was sonst noch die modern Smartphone-Welt von ihrem Auto erwartet. Wer dann noch Leder- (490 Euro), Technik- (840 Euro) und Navi-Paket (790 Euro) ordert, bekommt hochwertige Sitzbezüge, 7-Zoll-Touchscreen mit sieben Jahren kostenlosem Kartenupdate, digitalem Radio sowie LED-Rückleuchten und 17-Zoll-Alufelgen. Ganz ohne Aufpreis dagegen gibt es ein gewichtiges Argument: sieben Jahre Garantie.

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