22.09.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrbericht Volvo V90 Cross Country D5 AWD Pro Luxus-Kombi im Landhaus-Look

Luxus-Kombi im Landhaus-Look

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Von Berthold Zeitler

Nicht immer werden nur Spätzünder bestraft. Als VW vor mittlerweile auch schon wieder fast 30 Jahren mit einem Gelände-Golf einen Markt aufmischen wollte, den es noch gar nicht gab, waren die Wolfsburger ihrer Zeit schlichtweg voraus. Der Country floppte. Mittlerweile wissen wir: Land-Luft ist zur Land-Lust geworden und das Leben in rustikaler Umgebung längst mehr als eine Mode-Erscheinung. Auch in Sachen Automobilität. Gut, es gibt da die Spezies der SUVs. Wer mit den grobklotzigen Geländegängern nichts am Hut hat, findet aber attraktive Alternativen. Die haben dann so hübsche Nachnamen wie Allterrain (Mercedes), Alltrack (VW) oder Allroad (Audi). Oder eben "Cross Country" wie Volvos Lastenträger V90.

Fünf-Meter-Schiff

Offiziell der oberen Mittelklasse zugeordnet, ist der schicke Schwede ein Luxus-Kombi im Landhaus-Look. Und das ganz und gar nicht krachledern, sondern eher fein nuanciert, wenn auch etwas hochbeinig. Angedeuteter Unterfahrschutz, breitere Radhäuser und eine um sechs Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit deuten die Offroad-Optik eher an, als dass sie sie unterstreichen. Auch im Innenraum sucht man vergebens nach rustikalem Outfit. Gemäß dem Premium-Anspruch der Marke sind hier feines Leder, Echtholz-Applikationen und modernste Technik sichtbar und fühlbar.

Die Platzfrage erübrigt sich bei einem Fünf-Meter-Schiff. Und auch das Ladeabteil ist von einer respektablen Größe. Eine Heckklappe, die auf Fußkick reagiert, elektrisch umlegbare Rücksitzlehnen und eben solche Kopfstützen machen das Verstauen auch sperriger Utensilien nahezu zum Kinderspiel. Wer Anhängliches hat: Die Anhängekupplung fährt ebenfalls elektrisch aus.

Souverän und sicher

Den Arbeitsplatz des Fahrers dominiert ein hochkant gestellter Touchscreen im Tablet-Format, der nahezu alle Funktionen im Drück- und Wisch-Modus vereint. Das System ist aber - wie schon im "normalen" V90 bemängelt - sehr komplex und verlangt auch von der Smartphone-Generation mehr als nur ein flüchtiges Lesen des Handbuchs. Dafür gibt das Fahren keine Rätsel auf. Auch der Cross Country fährt sich wie eben ein Volvo fahren muss: souverän und sicher. Ohne großes Wanken durcheilt das Allwetter-Auto auch schnelle Kurvenpassagen. Und geradeaus lässt sich der Luxus-Liner eh so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Das tut auch der "große" Diesel nicht, der mit seinem bulligen Drehmoment für alle Situationen bestens gewappnet ist. Und im Verbrauch hält er sich an den üblichen Praxis-Aufschlag zu den Werksangaben. Abseits befestigter Wege macht der Schwede ebenfalls eine gute Figur. Der Offroad-Modus verteilt die Antriebskraft nach Bedarf an die Achsen. So mutiert der Ausflug ins Gelände nicht zum Abenteuer. Sicherheit ist Volvos Beiname. Da bietet allein schon die Serienausstattung ein Paket an elektronischen Helferlein bis hin zum teilautonomen Fahren. Das System erkennt unter anderem nicht nur Verkehrszeichen, sondern auch Fußgänger, Radfahrer und Wildtiere, greift ein, wenn der Fahrer nicht reagiert, lenkt, bremst und hält Abstand.

Massage beim Sitzen

Das alles gibt es selbstredend nicht für 'nen Appel und 'n Ei. Der Basispreis ist zwar hoch, geht angesichts des Gebotenen aber noch in Ordnung. Wer mehr möchte, findet in der Aufpreisliste jede Menge Möglichkeiten. So wie bei unserem Testwagen, der unter anderem mit einem Business-Paket mit spezieller Navi- und Soundanlage (5450 Euro), Ledersitzen samt Massagefunktion (1600 Euro), Xenium-Paket mit Head-Up-Display, Panorama-Glasschiebedach und Sonnenrollos (4300 Euro) oder adaptivem Luftfahrwerk (1970 Euro) "gesegnet" war. Da sind elektrisch gesicherte Kindersitze hinten (350 Euro) fast schon ein Schnäppchen.

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