14.12.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Auch 2013 wollen die Weidener Literaturtage (18. bis 27. April) bedeutende Autoren holen und ... Große Namen in einem anspruchsvollen Programm

Große Namen schmücken die Literaturtage 2013: Die Ausstellung wird mit Fotografien von Linda McCartney eröffnet. Bild: dpa
von Rudolf BarroisProfil

Weiden.Die Literaturtage haben die Stadt Weiden weit über die Region und den Freistaat hinaus bekannt gemacht. Die Max-Reger-Stadt ist auch in diesem Sinne eine Top-Adresse geworden. Für die Verantwortlichen ist dies auch im Jahr 2013 (18. bis 27. April) Ansporn, einer großen Lesegemeinde ein anspruchvolles und vielfältiges Programm zu bieten und die Begegnung mit großen Autoren zu ermöglichen.

Die Kunstausstellung, die am 18. April (Neues Rathaus) den Reigen der Lesungen eröffnet, zeigt Bilder einer Ikone früher Jugendkultur, der unvergleichbaren Linda McCartney, die verstorbene Frau des Ex-Beatles Paul McCartney.

"The Sixties" und "Roadworks"

Mit 85 Bildern wird die Ausstellung "Die Sixties - Porträt einer Ära" einen Querschnitt durch die amerikanische und britische Musikbewegung bieten. Die Bilder sind in der ganzen Welt gezeigt und veröffentlicht worden. 1987 wurde sie zur "Fotografin des Jahres" gekürt. Ihre Aufnahmen sind das unverwechselbare Zeugnis einer Ära, bevor deren Legendenbildung begonnen hat. Nie mehr sind Stars wie Jimi Hendrix, Jim Morrison und die Rolling Stones mit soviel Unbekümmertheit und zugleich fotografischer Qualität aufgenommen worden. Ein zweiter Teil der Ausstellung - zu sehen im Foyer des Medienhauses "Der neue Tag" - zeigt unter dem Titel "Roadworkds" Fotos von unterwegs.
Vielseitigkeit an Ausdruck, Inhalten und Themen sind die Markenzeichen des Poetry Slams, einer modernen Form eines Dichterwettstreits, der vor allem bei den jungen Leuten angesagt ist. Am 19. April (20 Uhr) stellen sich in Weiden in der Tiefgarage des City-Centers bekannte Vertreter der deutschen Slam-Szene dem Wettbewerb, dargeboten und moderiert von Felix Römer und Christian Ritter.

Dieter Hildebrandt, Grandseigneur deutscher Kabarettkunst und bis heute unbestechlicher Kritiker gesellschaftlicher und politischer Prozesse, kehrt am 20. April in die Stadt zurück, in der er sein Abitur schrieb. Um 20 Uhr wird er im Neue-Welt-Kino aus seinem Buch "Ich kann doch nichts dafür" lesen und dabei einmal mehr hellsichtig, schlagfertig und unbestechlich sein.

Der Liedermacher, Chansonnier und Schauspieler Klaus Hoffmann wird in einem Atemzug genannt mit Leuten wie Reinhard Mey und Hannes Wader. In seinem Buch "Als wenn es gar nichts wär" erzählt er aus seinem Leben. Seine Gitarre hat er dabei, wenn er am 21. April (20 Uhr) auftritt. Der genaue Ort wird noch bekannt gegeben.
Sein Witz, seine Schlagfertigkeit und seine Belesenheit sind legendär: Hellmuth Karasek, der 20 Jahre lang das Kulturressort des "Spielgel" leitete und vor allem bekannt wurde durch seine Teilnahme am Literarischen Quartett, ist am 22. April (20 Uhr) zu Gast in der Buchhandlung Rupprecht. Der Mann, der sein Leben lang Witze sammelte, hat ein Buch "Soll das ein Witz sein?" über diese kürzeste und präziseste Form von Literatur geschrieben.

"Bayerisch durch's Jahr"

Zum "Tag des Buches" am 23. April wird der bayerische Autor Helmut Zöpfl um 20 Uhr im Vereinsheim "Almrausch" beim Heimatring zu Gast sein. Mit ihm geht es humorvoll, urig und besinnlich einen Abend lang "Bayerisch durch's Jahr". Der Eintritt ist an diesem Abend frei. Zurück in die jüngere deutsche Geschichte führen die Schauspieler Jovita Dermota und Jochen Striebeck, wenn sie am 25. April (20 Uhr) in der Sparkasse Oberpfalz Nord Abschiedsbriefe von Helmuth JamesundFreya von Moltke lesen. Aus dem Gefängnis schrieb Moltke, führender Kopf der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis, 1944 bis zu seiner Hinrichtung im Januar 1945 Liebesbriefe an seine Frau.
Die politisch und auch persönlich offenherzigen Zeilen, die an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstandes gegen ein unmenschliches Regime.

Um Geschichte geht es auch am 26. April (20 Uhr) in der Buchhandlung Stangl & Taubald, wenn Astrid Fritz aus ihrem Buch "Die Himmelsbraut" liest. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die 1520 am Beginn der Reformation nach dem gewaltsamen Tod der Eltern in ein Kloster gesteckt wird. Fritz macht das Mittelalter unmittelbar erlebbar.

Ein Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit auf dem flachen Land malt Bernd Schroeder in seinem möglicherweise autobiografischen Roman "Auf Amerika". Ein Bub wächst nach dem Krieg in einem oberbayerischen Dorf auf. Die Mutter stammt aus Berlin, der Vater ist ein Taugenichts mit Nazivergangenheit. Der Bub hat nur einen Vertrauten, den Knecht Veit, der offenbar ein Geheimnis hat. Schroeder liest am 27. April (20 Uhr) in der Regionalbibliothek in Weiden.

Lesungen für Kinder

Auch Kindern und Jugendlichen wird wieder - als besonderer Schwerpunkt - die Begegnung mit Literatur ermöglicht. Eingeladen wurden dazu Zoran Drenkar, Juma Kliebenstein, Klaus Kordon und Thilo. Mit ihm gibt es am 25. April (15 Uhr) eine offene Kinderlesung im Kinderladen "Räuberhöhle".

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Der Kartenvorverkauf für die Literaturtage beginnt am 17. Dezember. Karten gibt es beim NT/AZ-Ticketservice (Telefon 0961/85550 und 09621/306230). Das Gesamtpaket (ausgenommen Dieter Hildebrandt) gibt es für 40 Euro in der Weidener Buchhandlung Rupprecht (Telefon 0961/482400). Schüler und Studenten erhalten auf alle Veranstaltungen 50 Prozent Ermäßigung.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.weidener-literaturtage.de http://www.nt-ticket.de

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