Bereits die vierte Uraufführung des "Spinnrads" - Diesmal unter Schirmherrschaft der Stadt ...
Leporello und Don Juan im Fronberger Schloss

Schwandorf. Don Juan und die Damenwelt: Der Handlungsplot um den großen Verführer ist ebenso alt wie zeitlos. Das beweist eine Premiere der besonderen Art in Schwandorf. Im romantischen Hof des Schlosses Fronberg findet am 24. Juli die vierte Uraufführung der Volksbühne "Spinnrad" statt.

"Leporello oder die Verschmähten" lautet der Titel der Komödie aus der Feder von Katrin Klewitz, die das Stück auch inszeniert hat. Die junge Regisseurin bettet dabei den Stoff um Don Juan, dessen Diener Leporello und natürlich die verführten Damen in eine Geschichte aus der Gegenwart ein.

Am Anfang ein Krach

Alles beginnt mit einem Beziehungskrach. Eine junge Frau zofft sich mit ihrem Bräutigam über die Tischordnung der bevorstehenden Hochzeit. Ihre WG-Genossin hat derweil ganz andere Probleme: Von ihrem Liebhaber sitzengelassen, verbleibt ihr von diesem nichts als ein Buch über Don Juan. Sie solle es lesen, so die letzte Mitteilung des Verflossenen, dann könne sie seine Haltung verstehen.
Tatsächlich erzielt das Buch im Laufe des Stücks eine ungeheure Wirkung. Dann nämlich, als die Dritte im Bunde in der WG auftaucht, tragischerweise jung verwitwet. Als ihr das Buch über Don Juan in die Hände fällt, beginnen sich Traum und Wirklichkeit zu vermischen. Eine Nacht bricht an, in deren Verlauf das 17. Jahrhundert zur Realität wird: Don Juan, Leporello und der Reigen der Verflossenen erwachen in einer surrealen Szenerie wieder zum Leben, den drei Freundinnen werden Lösungsansätze vermittelt.

Katrin Klewitz nimmt in dem Stück Bezug auf Handlungselemente aus Lorenzo da Pontes Opernlibretto, das Wolfgang Amadeus Mozart in seinem "Don Giovanni" vertonte, und aus der Novelle von Alexander Puschkin. Der Stoff um Don Juan und seinen Diener Leporello, der hier die eigentliche Hauptfigur darstellt, ist alt. Die Geschichte des großen Verführers Don Juan wurde zunächst von dem spanischen Mönch Tirso de Molina literarisch verewigt. Später nahmen sich zahllose weitere Dichter und Librettisten der Sage an.
Die Inszenierung der Volksbühne "Spinnrad" ist ein eigenständiges Werk, das auch anders endet als die literarischen Vorbilder. Drei Schauspielerinnen und ein Schauspieler agieren in dem Stück. Das Besondere daran: Der Text stand vor Beginn der Proben noch nicht, sondern nur die Synopsis.

Auf der Basis des Handlungsgerüsts der geplanten Szenen erarbeitete Katrin Klewitz das Stück gemeinsam mit den Schauspielern über Improvisation. Erst dann wurden die dabei eingebrachten Textvorschläge geglättet und festgeschrieben. Diese Methode hat die Regisseurin aus England mitgebracht, wo sie sich 2007 aufhielt.

Auch die Musik spielt bei der Schwandorfer Aufführung eine große Rolle: Erhard Bablok, der zudem für eine spektakuläre Beleuchtung im Fronberger Schlosshof sorgt, umrahmt die Handlung mit spanischen Gitarrenklängen und verwandelten Motiven aus der Mozartoper.

Die Theateraufführung in Schloss Fronberg entstand in Kooperation mit der Stadt Schwandorf. Das Kulturamt hat die Profis der Volksbühne "Spinnrad" vom Freilandmuseum Neusath-Perschen an die Naab geholt. Die Produktion wird von der Stadt getragen, die dazu auch Mittel aus dem Kulturfonds Bayern erhalten hat.

Lob für Akustik

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Schwandorf und den Schlossbesitzern beschreibt "Spinnrad"-Leiter Peter Klewitz als ausgezeichnet. Begeistert zeigt er sich auch von dem Spielort: "Der Schlosshof mit seiner tollen Akustik und dem wunderbaren Ambiente verlockt einfach zum Spiel." Nun hofft der Schauspieler und Regisseur auf weitere Projekte in Schwandorf.

Die Premiere von "Leporello oder die Verschmähten" findet am 24. Juli (21 Uhr) im Schlosshof des Schlosses Fronberg statt. Weitere Aufführungen: 25., 26. und 31. Juli sowie am 1./ 2. August um jeweils 21 Uhr. Kartentelefon: 09431/45199.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.