Berühmtes Gebäude nach zehn Jahren wieder für alle offen
Das Reichsmuseum sagt wieder "Welkom"

Fanfaren, Feuerwerk und eine strahlende Königin Beatrix: Nach zehn Jahren ist das Amsterdamer Reichsmuseum wieder für alle offen. Für die Monarchin ist es ein letztes Geschenk vor ihrer Abdankung. Bild: dpa
Punkt 12 Uhr drehte Königin Beatrix den großen goldenen Schlüssel um, Fanfaren ertönten, und ein Feuerwerk brach los. Rot-weiß-blaue und orangefarbene Rauchwolken umhüllten das weltberühmte Gebäude am Samstag. Die Menge jubelte, und die Königin strahlte: Das Amsterdamer Reichsmuseum war wieder eröffnet.

Damit endeten quälend lange zehn Jahre voller Baustellen und Streit. Die Totalrenovierung hatte fast sechs Jahre länger gedauert als geplant und war mit 375 Millionen Euro auch etwa ein Drittel teurer geworden. Das war nun vergessen. Statt der großen digitalen Uhr, die die Stunden bis zur Neueröffnung abgezählt hatte, entrollte sich über dem Eingang ein Banner mit der Aufschrift: "Welkom".

Tausende nahmen diese Einladung an. Bis um Mitternacht durfte jeder das Reichsmuseum gratis besichtigen. "Es ist wunderbar, grandios", erzählte eine ältere Dame den geduldig in langen Reihen wartenden Niederländern. Sie hatte bereits die völlig renovierten 80 Säle gesehen. "Zehn Jahre Warten hat sich gelohnt."
Auch Kritiker aus dem In- und Ausland sind überwältigt. Das Gebäude ist wieder das, was dem Architekten Pierre Cuypers 1885 vorschwebte: Eine Kathedrale für die Kunst. Die Ornamente, Säulen und Wandgemälde wurden restauriert. Aus den bisherigen Innenhöfen entstand eine verglaste licht durchflutete moderne Eingangshalle. Die 8000 Objekte werden nicht mehr in einem Labyrinth von kleinen Kämmerchen präsentiert, sondern in klaren, mit modernster Technik ausgestatteten Räumen.

Im Mittelpunkt bleibt die Ehrengalerie für die Werke der alten holländischen Meister wie Frans Hals oder Vermeer. Der Höhepunkt für die erwarteten zwei Millionen Besucher pro Jahr ist: "Die Nachtwache" von Rembrandt.
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