26.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bezaubernder Abschluss der Sommerkonzerte in Wurz mit dem "Ensemble Più" Sonnenschein und Klangfülle

Andreas Gosling (Oboe und Englischhorn, von links), Eva Gosling (Violine), Martin Börner (Viola), Markus Beul (Violoncello) als "Ensemble Più" begeistern das Publikum bei den Wurzer Sommerkonzerten. Bild: Kempf
von Susanne KempfProfil

Am Ende der Saison war es doch ein "Sommerkonzert" im blühenden Garten des Pfarrhofes in Wurz. Auch wenn die Sonne in diesem Jahr schon frühzeitig an Kraft verloren hat, so zaubert die Musik beim letzten Wurzer Sommerkonzert noch einen zauberhaften Abend hervor. Kirchenglocken, Grillenzirpen, lange Sonnenstrahlen, Blumenfülle, der Duft des reifen Obstes an den Bäumen und Musik in Vollendung - was will der musikbegeisterte Besucher? Auch wenn sich Initiatorin Rita Kielhorn in dieser Saison vom Wetterfürsten im Stich gelassen fühlen muss, mit der wettertechnischen Leistung zum letzten Konzert - ein "Aufbruch in die Romantik" - kann sie zufrieden sein.

Spielerische Leichtigkeit

Besucher und Musiker trotzen gemeinsam tapfer dem kühlen Wind, der manches Notenblatt davon fliegen lässt. Das "Ensemble Più" aus Essen bringt dies nicht aus der Ruhe, Stück für Stück erwehren sie sich den immer wieder vorbeiziehenden Wolkenbändern. Im ersten Teil stoßen Eva Gosling (Violine), Martin Börner (Viola), Markus Beul (Violoncello) und Andreas Gosling (Oboe und Englischhorn) die Tür zur Romantik auf. Mit großer Einfühlsamkeit präsentieren sie Werke von Louis Massoneau, den Andreas Gosling den Zuhörern in einer kurzen Einführung vorstellt. Massoneaus "Quartett Nr. 2 B-Dur" entführt durch die spielerische Leichtigkeit des Klangs der Oboe und die einfühlsamen Streicher in die bezaubernde Musik der Klassik im Übergang zur Romantik. Besonders überzeugend bei diesem Quartett ist der Anstrich von Markus Beul (Violoncello).

Mit interessantem Wiedererkennungswert gestaltet sich die bekannte Arie "Reich mir die Hand" von Mozart, hier aber als Variation über das Thema von Ludwig van Beethoven. Auch Mozart im Original wird dem Auditorium mit seinem für ihn typischen und zugleich doch wenig bekannten "Quartett F-Dur KV 370 für Oboe und Streichtrio" zu Gehör gebracht. Nach der Pause wird die "Tür zur Romantik" ein Stück weiter aufgestoßen mit dem "Quartett in C-Dur op. 7" des Finnen Bernhard Henrik Crusell. Dessen deutliche Tonsprache weist eindeutig in die frühe Romantik. Es folgt Franz Schuberts unvollendetes "Streichtrio B-Dur DWV 471". Schubert konnte sich vermutlich nur schwer von der Klassik lösen, war deshalb mit seinem Streichtrio nicht zufrieden, hinterließ es unvollendet.

Hörbares Irland

Während dieser Darbietung wechselt Andreas Gosling das Instrument, statt der Oboe spielt er ab dem nächsten Stück das Englischhorn. Und bei seiner Anmoderation ist seine Vorfreude deutlich spürbar, "ich bin ein Englischhornist, liebe die keltischen Weisen". Bei den "4 Pieces Celtique op. 59" für Englischhorn und Streichtrio des irisch-kanadischen Komponisten Swan Hennessy glaubt man, Irland zu hören, mitreißend die Melodien und die Hingabe der Künstler an Musik und Instrumenten. Zwei Zugaben runden den Abend ab. 2015 geht es in die nächste Konzert-Saison in Wurz, das Motto lautet "Alte Musik so jung wie nie".

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