29.07.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

"Brass Affaire" spielt ein reiches und lebendiges Konzert zur Erhaltung der Mutter-Anna-Kirche Heftige Liebe zu Messing-Musikinstrumenten

von Redaktion OnetzProfil

Die Männer von der Ortsfeuerwehr wussten es genau: So viele Besucher hatte das Mutter-Anna-Fest noch nie, und am Sonntagnachmittag waren sogar die Kirchenbänke besser besetzt als die Bierbänke. Zum 300. Jubiläum hatte der Lions-Club Neustadt/WN-Lobkowitz zahlreiche Musikfreunde nach Mühlberg gelockt: Mit einem Benefizkonzert spielte das fünfköpfige bayerische Ensembles "Brass Affaire" Geld für den Erhalt der Mutter-Anna-Kirche ein.

Voll besetzte Kirche

In der voll besetzten Kirche hieß der Lions-Präsident, NT-Chefredakteur Hans Klemm, auch Professor Dr. Ulrich Lehmann vom Patenclub der Weidener Lions und Klaus Platzer vom Lions-Club Amberg-Sulzbach willkommen.

Das seit vier Jahren bestehende Ensemble "Brass Affaire" trägt seine Namen nicht deshalb, weil es sich konzertant gut "aus der Affäre ziehen kann" (so Klemm), sondern weil alle fünf Musiker eine offensichtlich heftige Liebschaft zu ihren Blechblasinstrumenten aus Messing (englisch: brass) pflegen. Der Gründer und Leiter des Quintetts, der Schwandorfer Siegfried Wifling, musizierte als erster Trompeter, dirigierte und moderierte das einstündige Konzert - tat manchmal gekonnt auch alles gleichzeitig.
Mit dem "Earle of Oxford March" von William Byrd eröffnete das Quintett seine überaus attraktive Folge von Suiten unter italienischem und französischem Einfluss. Schon hier zeigten sich die zuverlässig saubere Klangkultur und die gut ausbalancierte Harmonie zwischen den zwei Trompeten, zwei Posaunen (Matthias Kugler und Zlatko Strcic) und der Tuba von Willibald Höfele, der weit mehr zu tun hatte als eine monotone Basslinie zu legen.

Der Strahlkraft der hohen Lagen, bei denen Siegfried Wifling immer wieder das hohe C erstürmte, stand der weiche Bläseransatz der dunkelfarbigen Bassposaunisten gegenüber, die eine beachtliche Wendigkeit in punkto Zungen und Zügen demonstrierten. Das vor Lebensfreude sprühende Volkslied "Tanzen und Springen" des Nürnbergers Hans Leo Hassler, das eigentlich für Singstimmen gedacht ist, wurde mit kantabler Leichtigkeit gebracht. Zur fünfsätzigen Tanzsuite von Michael Praetorius tauschte Matthias Kugler seine Posaune gegen ein Euphonium, das eine sanfte Klangbrücke zwischen hohen und tiefen Lagen bildete.

Farbiges Programm

Zweiter Trompeter Reinhold Greiner (der übrigens den Soundtrack zum Film "Der Schuh des Manitu" mit einspielte) musste nicht im Schatten bleiben und glänzte bei der Melodieführung eines Tanzsatzes. Eine Intrade des Stadtpfeifers Johann Christoph Pezel und eine Suite des Hallenser Meisters Samuel Scheidt rundeten das farbige, reiche und lebendig dargebrachte Programm ab.

Mit raffiniertem Charme verstand es Siegfried Wifling zum "Höhepunkt des Konzerts" die Zuhörer zum Singen des Mutter-Anna-Liedes zu bewegen: Wem der Bittgesang fremd war, der beherrschte ihn spätesten bei der zwölften Strophe. Zum Abschluss spielten die Musiker im Freien Volkslieder unter den Linden - "Kein schöner Land in dieser Zeit".

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