18.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Das Kammerensemble der Deutschen Oper Berlin begeistert bei den Wurzer Sommerkonzerten Opernschmiss und kammermusikalischer Ernst

Das Kammerensemble der Deutschen Oper Berlin mit (von links) Jochen Hoffmann, Tatjana Blome, Justus Mache und Matthias Höfele. Bild: apl
von Redaktion onetzProfil

Es geht um Liebe, Lust und Leidenschaften. Zu den Protagonisten zählen unter anderem eine Kurtisane und die wahnsinnige Gattin des schottischen Königs. Eine gewisse Violetta Valéry tanzt kränkelnd ihrem tragischen Ende entgegen und Lady Macbeth wird irgendwie die Blutflecken nicht los. Das alles in kleinster Besetzung und auf kleinstem Raum, über den sich gegen Ende des Abends auch noch ein Gewitter zusammenbraute, das sich punktgenau in dem Moment, als alles schwieg, mit lautem Donnergrollen entlud.

Bekannte Melodien

Ein turbulenter Abend im Marstallgebäude des Wurzer Pfarrhofes, wo am Samstagabend erstmals das Kammerensemble Classic der Deutschen Oper Berlin zu Gast war. Auf dem Programm Opernfantasien aus der Zeit des 19. Jahrhunderts, als es noch keine Tonträger gab und man bekannte Opern für den Haus- und Salongebrauch bearbeitete. Die Namen der Bearbeiter sind weitgehend unbekannt. Umso bekannter die Melodien aus Opern von Verdi, Rossini und Zeitgenossen, die an diesem Abend aufblitzten. Der unverwüstliche "Libiamo"-Trinkspruch aus Verdis "Traviata", die düstere Schlafwandel-Szene aus "Macbeth" oder das herrlich leichtfüßige Pizzicato aus "Sylvia", einer Ballettmusik von Leo Delibes, mit dem Klarinettist Matthias Höfele seine Klasse bewies.

Gelungene Mischung

Womit wir bei den Interpreten wären. Denn dass auch weniger Bekanntes - Themen aus Verdis "Sizilianischer Vesper" oder Aubers historischer Oper "Gustave III" - vom Publikum mit ungeminderter Aufmerksamkeit bedacht wurde, das war dem souveränen wie engagierten Spiel von Matthias Höfele (Klarinette), Jochen Hoffmann (Flöte), Justus Mache (Fagott) und Tatjana Blome (Klavier) geschuldet. Eine gelungene Mischung aus Opernschmiss und kammermusikalischem Ernst, die den Abend zu einem kurzweiligem Hörerlebnis machte. Applaus auch für die "special effects" der Oberpfälzer Gewitterfront.

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