Der Eschenbacher Romanautor Raimund A. Mader schickt seinen Ermittler im Krimi "Roter Herbst" ...
Kommissar Adolf Bichlmaier und der tote Mann im Moor

Adolf Bichlmaier ist wieder da. In "Roter Herbst" nimmt der Kommissar aus der Feder von Raimund A. Mader wieder die Fährte auf und sucht nach einem Mörder. Wie der Titel schon andeutet, spielt in den Mord der Gegenwart die Zeit der RAF hinein. Die Anschlagserien erreichten im September und Oktober 1977, dem "Roten Herbst", ihren traurigen Höhepunkt.

Nach "Glasberg" und "Schindlerjüdin" ist es der dritte Fall, in dem der von den Fällen und der Zeit gealterte Ermittler die spannende Spur in die Vergangenheit aufnimmt. "Damit ist die Trilogie abgeschlossen, und Bichlmaier verschwindet in der Versenkung", kündigt Mader an.

Fern der Oberpfalz

Doch bevor der Regensburger Kommissar sich aus der Welt der Verbrechen ausklinken kann, muss er einen brutalen Mord aufklären, zieht die Leser spannungsreich in seinen Bann. Dieses Mal liegt der Handlungsort nicht in der Oberpfalz, sondern in einer nicht näher lokalisierten Moorlandschaft. Damit hat sich Mader im dritten Teil von dem Genre "Oberpfalz-Krimi" freigeschwommen. Als Bichlmaier Abstand gewinnen will, stolpert er im Moor erst über eine Leiche, die in einen Baum drapiert wurde, und später über seine eigene Vergangenheit. Die Fäden der Lebensläufe von Opfer und Ermittler hält der Autor fest in der Hand. Bei erfundenen Figuren mag das noch überschaubar sein, aber bei echten Personen kann es mitunter schwierig werden, wie Mader erfahren hat.

Der Zufall schrieb mit

Eine zentrale Rolle spielt der reale Peter Urbach, ein V-Mann des Berliner Verfassungsschutzes, der die linke Szene in den 60er Jahren mit Molotow-Cocktails und Waffen versorgt hat und mit der Verhaftung von Andreas Baader enttarnt wurde. In Maders Roman war Urbach durch das Zeugenschutzprogramm in Seattle angesiedelt.

Kommissar Zufall hatte dann auch bei der Entstehung des Krimis die Hand im Spiel, als Mader in einer Randnotiz einer Zeitschrift las, dass Urbach im Mai 2011 in Santa Barbara starb. Also musste der Autor das Ende seiner Romanfigur Urbach dem Ende des realen Urbachs angleichen.

"Ich habe viel Hintergrundinfo aus einem Bericht eines RAF-Aussteigers entnommen", erklärt Mader, der Lehrer am Weidener Augustinus-Gymnasium ist. So sei er in die Verstrickungen des "Roten Herbstes" eingetaucht. Und so reicht die Geschichte des RAF-Terrors plötzlich bis in die Kleinstadt am Rande des Moors und in die Gegenwart. "Es sind keine fernen Antihelden", sagt Mader. "Wenn man die Randfiguren in die Provinz bringt, erkennt man, wie nahe die Figuren dem eigenen, echten Leben sind. Der Autor nutzt geschickt die engen Strukturen der Provinz für seine Geschichte aus.

Klankermeier-Krimi als Idee

Ein weiteres Mal überholte die Gegenwart den Roman. Als die Fiktion schon fertiggeschrieben war, kam die Affäre um die Ausspähpraktiken der NSA an Tageslicht. Schon vorher hatte Mader in seinem Roman ausgearbeitet, wie die US-Geheimdienste in weitaus mehr involviert sind als bisher angenommen. "FBI und CIA, NSA, INR, DIA et cetera, et cetera...": Das ist im Buch die Antwort auf die Frage der Kommissarin Amanda Wouters, wer alles von den Morden gewusst oder auf sie Einfluss hatte.

Mit der emotional starken Wouters hat Bichlmaier einen guten Gegenpol an die Seite gestellt bekommen. Gemeinsam müssen sie die Morde der Gegenwart mit den Wurzeln in der Vergangenheit verbinden. "Die Gegenwart wird von den Geschehnissen der Vergangenheit beeinflusst", erklärt Mader sein Muster, das er den Morden und den Figuren zugrunde legt. Bichlmaier erkennt zum Schluss des Romans, dass er nur eine Marionette im Gewirr von Politik und Geheimdiensten ist. Am Domplatz in Regensburg schließt der Roman und damit auch die Trilogie rund um den Kommissar.
Ein neuer Krimi ist bei Mader schon in den ersten Gedanken vorhanden: Der Mord an dem Weidener Nachtclub-König Klankermeier schwebt dem Autor als Inhalt vor.

Raimund A. Mader: "Roter Herbst", Gmeiner-Verlag, 309 Seiten, 11,99 Euro.___

Raimund A. Mader liest aus seinem neuen Roman "Roter Herbst" am 13. August um 19.30 Uhr im Taubnschusterhaus in Eschenbach.

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Die Website des Autors im Internet:

http://www.raimundmader.de
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