04.05.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der gebürtige Regensburger Erhard Dietl veröffentlicht ein neues Abenteuer der Monsterfamilie Die Olchis fliegen zum Mond

von Susanne WolkeProfil

Hamburg.Echt krötig! Die Olchis fliegen zum Mond! In ihrem 14. Abenteuer begeben sich die beiden Kinder der Monsterfamilie ganz schön in Gefahr. Der gebürtige Regensburger Erhard Dietl setzt mit seinem neuesten Buch die Erfolgsgeschichte der vor allem bei Kindern beliebten Schmutzfinken fort. "Die Olchis fliegen zum Mond" ist neu im Oetinger-Verlag erschienen.

Rakete voller Müll

Einmal zum Mond und wieder zurück. Und das in einer Rakete voller Müll! Schleime-Schlamm-und-Käsefuß, das ist ganz nach dem Geschmack der grünhäutigen Olchi-Kinder! Dabei wurde den beiden anfangs schon ziemlich bange, als sich die Rakete, in die sie sich eingeschlichen hatten, plötzlich in Bewegung setzte. Und dann begegnen sie auf dem Mond auch noch diesen gelben Wesen…

Doch nach einigen Missverständnissen stellt sich heraus: Auf dem Mond gibt es zwar keine Schlammpfützen, in denen man plantschen und Matschknödel werfen kann. Dafür bekommen die Olchis dort Knollen, die wie Stinkerbrühe, Fahrradöl und Käsesocken zusammen schmecken. Noch nie in ihrem Leben haben die beiden so etwas Feines gegessen! Und zu guter Letzt landen die Olchi-Kinder auch wieder wohlbehalten auf der Erde - zusammen mit ihrem neuen Freund, dem Mond-Olchi.

Kurzum, die Olchis lassen es mal wieder richtig krachen: Sie suhlen sich in Dreck und Müll, denken gar nicht ans Waschen und Zähneputzen, rülpsen, furzen und singen fröhlich: "Wenn wir Stinkerbrühe trinken und in Matschlöchern versinken, fühlen wir uns muffelwohl. Das Leben ist doch wundervoll!"

Gerade diese ungezähmte Schmuddeligkeit ist es nach Ansicht Erhard Dietls, die die Olchis bei Kindern so beliebt macht. "Die Welt der Kinder von heute ist eine sehr saubere Welt", sagt der Autor und Illustrator, der mittlerweile in München lebt. "Wer darf schon in Matschpfützen spielen?"

Erhard Dietl, der 1953 in Regensburg geboren wurde, bisher mehr als 90 Kinderbücher veröffentlicht und dafür zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, ist überzeugt: "Die Kinder mögen es, dass die Olchis schmutzige Sachen machen dürfen." Es sei diese Freiheit der Olchis, die den Kindern so sehr gefalle, meint der Autor - "allerdings mit der richtigen Mischung aus Geborgenheit". Denn die Olchis leben in einer Großfamilie. "Sie singen zusammen, verreisen gemeinsam und sind einfach eine intakte Familie", so Dietl. "Viele Kinder kennen das heute nicht mehr. Da lebt die Oma im Altenheim." Die Olchi-Oma dagegen ist äußerst rüstig - trotz ihrer 968 Jahre, die sie mittlerweile auf dem Buckel hat. Und sie vertritt ihre ganz eigenen Vorstellungen von Erziehung: "Die Kinder dürfen hüpfen, wann sie wollen, sooft sie wollen und solange sie wollen", verkündet sie. "Das Buch ist kein Zeigefingerbuch", äußert sich Dietl zum Thema Pädagogik. Dennoch habe es eine positive Aussage.

Kinder begeistert

Viele Schulen verwenden die Olchi-Bücher mittlerweile als Unterrichtsmaterial. Sie greifen anhand der Geschichten unter anderem das Thema Müll auf. Ursprünglich waren es aber die Kinder selbst, die den Olchis zum Erfolg verholfen haben. "Als 1990 das erste Buch über die Olchis erschienen ist, war noch gar keine Serie geplant", berichtet Dietl.

Der Verlag sei anfangs eher skeptisch gewesen. Doch dann kam Post: von begeisterten Kindern, die die Olchis liebten. Und von begeisterten Eltern, deren Kinder mit den Olchis erstmals die Freude am Lesen entdeckt hatten. "Das hat den Verlag ermutigt, weiterzumachen", so Dietl. Die Kinder freuen sich, und die Olchis finden: "Echt krötig."

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