30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der Mann für gewisse Stunden wird 65 - Richard Gere hat fast 50 Filme gedreht Hollywoodstar, Aktivist, Philanthrop, Buddhist

Mit dem Dalai-Lama verbindet Richard Gere eine tiefe Freundschaft, vor vierzig Jahren fand er zum Buddhismus. Am Sonntag wird der Schauspieler 65 Jahre alt. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

15 Jahre liegen zurück, seit "People" den damals 50-jährigen Richard Gere zum "Sexiest Man Alive" kürte. Auch heute sieht der US-Schauspieler, der am Sonntag 65 Jahre alt wird, noch blendend aus mit seinen funkelnden Augen und dem verschmitzten Lächeln.

Fast 50 Filme hat Gere gedreht. Als geschickter Strafverteidiger in dem Musical "Chicago" gewann er 2003 den Golden Globe für die beste männliche Darstellung. Und doch sind es die Rollen in "Ein Mann für gewisse Stunden" und als Julia Roberts Traumprinz in "Pretty Woman", die viele Zuschauer auf Anhieb mit ihm verbinden. Privat machte Gere für Hollywood-Verhältnisse nicht viele Schlagzeilen: Er war über 40, als er seine Schauspielkollegin Cindy Crawford heiratete. Nach der Scheidung vier Jahre später zog er mit dem ehemaligen James-Bond-Girl Carey Lowell zusammen. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, heiratete 2002, lebt inzwischen getrennt. In US-Medien hieß es, Gere habe die Ruhe gesucht, Lowell die Abwechslung.

Mit Dalai-Lama befreundet

Der Hollywoodstar hat sich vor vielen Jahren dem Buddhismus zugewandt. Ihn verbindet eine tiefe Freundschaft mit dem Dalai-Lama. Bei dessen Vorträgen sitzt er manchmal mit ihm auf der Bühne. Im Exil des religiösen Oberhaupts der Tibeter, dem indischen Dharamsala, hält sich Gere häufig zum Meditieren auf.

In der Zeitschrift "Shambala Sun" beschreibt er, wie er vor mehr als vier Jahrzehnten zum Glauben kam. "Ich war wie wohl die meisten jungen Männer nicht gut drauf. Ob ich an Selbstmord dachte, weiß ich nicht mehr. Aber ich war recht unglücklich". Er habe damals verschlungen, was sich an Lektüre bot und sei über Zen schließlich zum tibetanischen Buddhismus gelangt.

Für seine Überzeugung setzt Gere viel aufs Spiel. 1993 wagte er es, Chinas Politik in Tibet bei der Oscar-Verleihung anzuprangern. Seitdem ist er dort nicht mehr gern gesehen. Peking verbot ihm die Einreise. Gere ist Mitbegründer des Tibet-Hauses in New York, einer Organisation zum Erhalt der bedrohten Kultur.

Ein Teil seiner Gagen fließt in die nach ihm benannte Stiftung, die humanitäre Projekte in aller Welt unterstützt. Mit "Survival International" kämpft der Filmstar für die Rechte indigener Völker. Auch als Aids-Aktivist machte er sich einen Namen. Nördlich von New York City richteten er und Lowell das kleine Ressorthotel Bedford Post Inn mit Yoga- und Meditationsstudio ein.

Richard Tiffany Gere wurde in Philadelphia geboren. Er wuchs als Sohn eines Versicherungsvertreters und einer Hausfrau auf einer Farm auf. Der musikalische Junge galt als "der Introvertierte" unter den fünf Geschwistern. Richard studierte Philosophie, bevor das Theater lockte. In der Londoner Inszenierung des Musicals "Grease" kam er erstmals groß heraus. Eine Rolle als Homosexueller in einem deutschen Konzentrationslager in Martin Shermans Drama "Bent" brachte ihm den Vergleich mit dem jungen Marlon Brando ein.

Den Durchbruch zum Hollywoodstar schaffte er 1980 mit "Ein Mann für gewisse Stunden". "Ein Offizier und Gentleman" gab seiner Karriere weiter Antrieb. Nach etlichen Flops gewann er 1990 als bestechlicher Cop in "Internal Affairs" die Publikumsgunst zurück. Für "Pretty Woman" mit Julia Roberts entschied sich Gere anfangs nur des Geldes wegen, wie er in einem Interview der "Huffington Post" zugab. Erst beim Drehen habe er Gefallen an der Geschichte gefunden.

"Arbitrage" beste Leistung

Gere stand mit vielen großen Hollywood-Damen vor der Kamera. So wie mit Kim Basinger in "Eiskalte Leidenschaften" (1992) oder mit Jodie Foster in dem Südstaaten-Epos "Sommersby" (1993). "Zwielicht" zeigte ihn als Staranwalt, der die Verteidigung eines jungen Psychopathen zum Medienspektakel macht. In "Bee Season" (2005) spielte er einen jüdischen Religionsforscher, in "Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird" (2007) verfolgte er einen Kriegsverbrecher aus dem Bosnien-Krieg. Einige Kritiker halten "Arbitrage" (2012) für die Bestleistung seiner langen und erfolgreichen Karriere, ein Thriller um Geld und Gier.

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