10.03.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der Pertolzhofener Künstler Heiko Herrmann stellt in den Räumen von E.ON Bayern aus "Mir geht es um die Schönheit"

von Susanne WolkeProfil

Mit der Kunst ist das so eine Sache. Soll sie nun schön sein oder nicht? Der Maler Heiko Herrmann hat da eine andere Ansicht als viele seiner Kollegen. "Die meisten Künstler heutzutage erzählen immer, die Kunst gehe vom Leiden aus", sagt er. "Mir aber geht es um die Schönheit."

Heiko Herrmann widersetzt sich also einem allgemeinen Trend - mit Erfolg. Zahlreiche Ausstellungen und Auszeichnungen des in München und Pertolzhofen lebenden Künstlers beweisen dies. So auch die aktuelle Schau im Kasino der Unternehmensleitung von E.ON Bayern in Regensburg: "Bilder, Holzschnitte, Skulpturen und Aquarelle aus Odessa" lautet der Titel der Ausstellung, die am Donnerstag eröffnet wurde.

Breite Werkauswahl

Gezeigt ist eine Auswahl der Werke Heiko Herrmanns: vorwiegend Bilder, die teils während eines Künstleraustauschs in Odessa entstanden sind. Die Ölgemälde, Aquarelle und teils auch die Holzschnitte sind bunt. Dick aufgetragene Farben vermischen sich in unregelmäßigen Flächen und Linien.

Der erste Eindruck der Bilder ist abstrakt. Eine Einschätzung, die der Maler nicht ganz teilt: "Ich sage immer halbabstrakt", räumt Herrmann ein. "Denn es sind stets Figuren in meinen Bildern - vor allem Elemente der menschlichen Figur. Für mich ist ein Kreis ein Kopf und ein Winkel ein Arm." Was aber nicht heißt, dass Heiko Herrmann die Wirklichkeit einfach abmalt. "Ich versuche, künstlerische Welten herzustellen", erklärt er. "Kunstgebilde, die im Idealfall so schön sind, dass sie vom Bild aus auf den Betrachter strahlen."

Wichtig sind ihm die Titel der Kunstwerke. "Es ist für mich sehr entscheidend, dass die Bilder Titel haben", betont Herrmann, der auch Organisator der "Pertolzhofener Kunstdingertage" ist. "Wie ein Hund einen Namen hat, hat bei mir jedes Bild einen Titel." Herrmanns Bilder heißen "An der Kreuzung von zwei Sonnen", "Widerlichter" oder "Spondoleigon".

Poetischer Name

"Heiko Herrmann ist damit in bester Nachbarschaft zum Chinesischen", findet Andreas Kühne. Der Professor der Akademie der Bildenden Künste in München führte bei der Ausstellungseröffnung in das Werk Heiko Herrmanns ein. "In China gibt es eine ungleich größere Variationsbreite, um Farben zu beschreiben", so Kühne. Wenn eine Farbkomposition Herrmanns den poetischen Namen "Die Tür zum Paradies" trage, erinnere dies an "Morgendämmer über den Bergen des ewigen Friedens" - die chinesische Bezeichnung für einen bestimmten Rot-Ton.

Die Schau mit Werken Heiko Herrmanns gliedert sich in ein spezielles Ausstellungskonzept von E.ON Bayern ein. Grundlage ist die Idee, Künstler aus der Oberpfalz zu zeigen, die den "Bayerischen Staatsförderpreis für Bildende Künstler" erhalten haben.

Für die musikalische Umrahmung der Eröffnung sorgte Heinz Grobmeier. Der Regensburger Komponist, Klangforscher und Instrumentenerfinder hatte sich von den Werken Heiko Herrmanns zu einem musikalischen Parcours inspirieren lassen. Mit teils selbstgebauten Instrumenten aus Ketten, Gießkanne, Blech und Orgelpfeifen ging er die einzelnen Bilder und Skulpturen musizierend ab.

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