13.01.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der Schwandorfer Bildhauer und Keramiker Peter Mayer (70) verstarb am Sonntag Die "Vogelmenschen" tragen Trauer

Der Bildhauer und Keramiker Peter Mayer, Schwandorfs namhaftester Gegenwartskünstler, lebt in der Stadt nur noch in seinem Werk weiter. Er verstarb am Sonntag nach längerer Krankheit im Alter von 70 Jahren. Sein Tod bedeutet nicht nur für die Familie, Freunde und Weggefährten einen schmerzlichen, unwiederbringlichen Verlust.

von Michael Zeissner Kontakt Profil

Dennoch wird Peter Mayer in seiner Heimatstadt präsent bleiben. Die "Schwanensäule" an der Naabbrücke - um nur einige zu nennen - empfängt vierfach beschwingt Fremde in der Stadt mit offenen (Flügel)Armen. Wenig weiter sitzt die "Jungfrau auf dem Drachen" (Naabuferstraße), nur ums Eck hält der "Reiter mit Stiefel" (Adolf-Kolping-Platz) Wacht.

So unaufdringlich sich diese mal mehr, mal weniger in einigen Zügen auch oft etwas verspielten Arbeiten in das Stadtbild als öffentlichen Raum einfügen, so angenehm leise war das Auftreten dieses Mannes, der 70 Jahre alt werden sollte. Mayers bekannter "Vogelmenschen"-Zyklus steht darüber hinaus synonym für die von ihm als fließend wahrgenommenen Grenzen zwischen Mensch und Tier, Geist und Ding.

Gemeinsame Wege

"Der hintergründige Humor", der die persönliche Freundschaft zwischen Helmut Hey und dem Bildhauer begleitete, hat dem heutigen Oberbürgermeister der Stadt das "Sternenmädchen mit Eule" im Amtszimmer als Privatbesitz beschert. "Sie möge mir etwas von der Weisheit der Eulen geben", habe der Künstler den Umzug dieser Arbeit aus seinem Atelier ins Rathaus damals kommentiert. "Sein Tod ist für unsere Stadt, der der Künstler und Mensch Peter Mayer eng verbunden war, ein großer Verlust", sagt das politische Oberhaupt der Stadt, und stellt die persönlichen Gefühle hinten an.

Gemeinsames Ziel

Heiner Riepl, dem Leiter des Oberpfälzer Künstlerhauses, fällt das sehr schwer. Der Maler hat einen engen Freund verloren, der Funktionär des Kunst- und Kulturbetriebs einen zähen, ausdauernden Mitstreiter. "Er war ein alter Fighter", sagt Riepl über Mayer, der diesen letzten Kampf am Sonntag verloren hat. Die weit über Schwandorf hinaus bekannte und namhafte Kebbel-Villa sei in ihrem Erfolg ebenso ein Stück des Schaffens von Peter Mayer, "besonders auch das Internationale Künstlerhaus II". Als führendes Mitglied des Fördervereins des Oberpfälzer Künstlerhauses hat der Keramiker und akademisch ausgebildete Bildhauer von Anfang an sich und seinen zunehmend renommierten Namen in den Dienst dieses Projektes gestellt. Über 20 Jahre sei Peter Mayer als stellvertretender Vorsitzender "herausragender Motor und Ideengeber" gewesen, sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Hanauer: "Er war ein ganz wunderbarer Mensch." (Siehe auch Seite 7.)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.