26.06.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Frederick Loewes Musical "Brigadoon" gefällt als wohldurchdachte Inszenierung in Regensburg Schlüssiges Konzept originell dargeboten

von Stefan RimekProfil

Regensburg. Kilts prägen das Bild in der von Ballettdirektor Olaf Schmidt inszenierten und choreographierten Produktion des Musicals "Brigadoon" am Theater Regensburg. Es ist Schmidt gelungen aus diesem von Frederick Loewe komponierten Werk einen unterhaltsamen Abend zu gestalten, der ein schlüssiges Gesamtkonzept aufweist, aber auch originelle Details zu bieten hat.

Erfrischend unkonventionell

Ein Beispiel für letztere ist zweifelsohne die Einbeziehung des Elfs und der Sylphe, welche nicht nur im Brigadoon des 18. Jahrhunderts, sondern auch in der zeitgenössischen Bar in New York ihr erfrischend unkonventionelles Unwesen treiben.

Das durch Rampen und ein Hintergrund-Gemälde, das die Highlands symbolisiert, gestaltete Bühnenbild und die traditionell schottischen, beziehungsweise bei den Protagonisten Tommy und Jeff in modernen Alltagsanzügen gehaltenen Kostüme (Bühne und Kostüme von Cornelia Brunn) bilden die Grundlage für Schmidts wohldurchdachte Bewegungsabläufe. Das gilt sowohl für die Regie als auch für die Choreographie. Kreativ gestaltet ist neben dem geschickten Einsetzen der Dreh- und Hebebühnenelemente auch die Bar-Szene, an deren Ende die gesamte Bar einfach nach oben gezogen wird und den Keeper auf dem Boden der Tatsachen - oder der Träume - im Kilt zurücklässt.

Beeindruckend ist, dass Schmidt in dieser Produktion nicht nur das komödiantische Potentials des Werks, sondern auch die nachdenklichen Momente zu vermitteln weiß. So kann beispielsweise der von Nylea Mata Castilla ausdrucksstark umgesetzte Totentanz zum ebenso authentischen Dudelsackspiel von Oliver Banf emotional fesseln. Neben den bis ins kleinste Detail und bis in die Fingerspitzen packend agierenden Elfenwesen, verkörpert durch Sara Leimgruber und Fabian Moreira Costa, verdienen auch alle anderen Bühnenakteure großes Lob. Karsten Münster gibt einen Tommy Albright, der mit verständlicher Artikulation und durchsetzungkräftiger Stimme Bühnenpräsenz beweist und Georg Schießl steht ihm als Jeff Douglas nicht nach. Mit geschmeidiger Stimme intoniert Julia Amos die Partitur der Fiona. Ruth Müller überzeugt als männerverschlingende Meg Brockie und Heinz Müller glänzt als kauziger Archie Beaton und als neugieriger Barkeeper Frank. Mit Gefühl für den Charakter ihrer Rolle beeindrucken aber auch alle weiteren Akteure.

Angemessene Tempi

Das Orchester traf unter der Leitung von Georgios Vranos die angemessenen Tempi und entwickelte in den jazzig orientierten Passagen einen treibenden Swing. Der anhaltende Applaus im gut gefüllten Theater am Bismarckplatz war gerechtfertigt.

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