15.10.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Gastland Frankreich auf der Buchmesse Französische Literatur der ganzen Welt

Frankfurt. Michel Houellebecq, Yasmina Reza, Phillippe Claudel - zur Frankfurter Buchmesse kommen viele französische Autoren. Gastland war diesmal die Grande Nation. Und sie ließ sich nicht lumpen. In seinem Pavillon riecht es noch nach frischem Holz. Die luftig-leichten Bücherregale aus hellen Latten wurden erst kurz vor der Eröffnung der Messe zusammengebaut.

Stéphane Michalon liest auf Französisch aus Marie NDiayes Roman "Die Köchin" vor. Bild: esa
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Darin zeigen die Veranstalter fünf Tage lang unter dem Motto "Francfort en Français" Comics, Kinder- und Jugendbücher, alte Pléiade-Ausgaben mit aufgerissenen Buchrücken sowie allerhand neue Übersetzungen. Auf einer großen Bühne finden Diskussionsrunden statt. In einer anderen Ecke der Ausstellungshalle präsentieren frankophone Autoren ihre aktuellen Werke. Das Gastland will zudem zeigen, dass Französisch die Sprache von Schriftstellern auf der ganzen Welt ist.

Dazwischen befinden sich gleich mehrere Ausstellungen: Frankreich möchte den Besuchern französische Comic-Zeichner und -Autoren, die Geschichte seiner Verlagslandschaft, die Nützlichkeit von VR-Brillen und die Guttenberg-Presse nahe bringen. Letztere stellt Gabriel de Montmollin von der Organisation Pro Helvetia vor. De Montmollin aus der französisch-sprachigen Schweiz erklärt Gästen wie Autoren, wie die Guttenberg-Presse aus Eiche funktioniert. Schriftsteller dürfen darauf die erste Seite ihres Buches drucken. Das Exponat ist jedoch nur eine Nachbildung der echten Presse. Sie ist aus Eiche, die Druckplatte mit den Lettern ist jedoch nicht originalgetreu, sondern aus modernem Nylon. "Aber es funktioniert wie im 16. Jahrhundert", beteuert de Montmollin.

Vor dem Pavillon ist ein Stand mit Büchern auf Deutsch und Französisch zum Verkauf aufgebaut. Auf dem Tresen sitzt Stéphane Michalon. Eigentlich ist er Buchhändler in Montrouge. Auf der Messe in Frankfurt liest er Interessierten aus Marie NDiayes neuem Roman vor: "La Chef. Roman d'une Couisinière". Michalon hält den E-Book-Reader und drückt dem Zuhörer ein Exemplar der deutschen Übersetzung in die Hand ("Die Chefin. Roman einer Köchin"). Während der Mann mit Latzhose das Französische laut liest, kann der Besucher im Deutschen still mitlesen.

Zum Auftritt Frankreichs auf der Buchmesse haben viele deutsche Verlage Übersetzungen französischer Literatur veröffentlicht. Es gibt autobiografische Romane von Annie Ernaux bei Suhrkamp, Liebesgeschichten und düstere Geheimnisse von Guillaume Musso bei Pieper, Krimis von Amélie Nothomb bei Diogenes. Aber auch deutsche Schriftsteller wollen ihre Erfahrungen mit Frankreich mit der Öffentlichkeit teilen. Bei der Messe präsentiert Ulrich Wickert ein neues Werk über das Nachbarland und Iris Radisch weiß, "Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben".

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