03.07.2017 - 15:30 Uhr
Deutschland & Welt

Gina Lollobrigida wird 90 Ikone der Weiblichkeit

In den 50er und 60er Jahren verkörperte Gina Lollobrigida mit ihrer überbordenden Weiblichkeit das damalige Schönheitsideal. Bis heute ist die Diva für die Italiener "La Lollo". Am heutigen Dienstag wird "Gina Nazionale" 90.

Lange war "La Lollo" das Sexsymbol des italienischen Kinos. Aber Gina Lollobrigida machte sich nicht nur mit Beinen und Busen einen Namen. Auch ihr Privatleben könnte aus einem Film stammen. Bild: Kalaene Jens/dpa
von Agentur DPAProfil

Rom. Filme dreht sie schon lange nicht mehr. Mit ungebrochener Willensstärke verteidigt Gina Lollobrigida bei gelegentlichen Fernsehauftritten jedoch ihre Lebensentscheidungen. Es ist mittlerweile vor allem die Regenbogenpresse, die sich für die italienische Schauspielerin interessiert.

Bereits zum zweiten Mal bemüht sich ihr Sohn Milko junior derzeit, sie für unmündig erklären zu lassen. Kurz vor ihrem Geburtstag erklärte Lollobrigida, sie sehe dem gerichtlich angeordneten psychiatrischen Gutachten gelassen entgegen. "Ich habe keine Angst vor einer Untersuchung, wenn es dazu dient, dieser Sache ein Ende zu setzen, umso besser", zitierte die italienische Klatschzeitung "Novella 2000" die Diva.

Voll mit Fotos

Der 1957 geborene Milko junior - er stammt aus der Ehe mit dem jugoslawischen Arzt Milko Skofic - bezichtigt ihren 30-jährigen Manager Andrea Piazzolla, Lollobrigida zu manipulieren. Seit er ihre Geschäfte führe, entfremde sie sich von ihrer Familie. Um die Vorwürfe zu erhärten, stellte ihr Enkel sich im italienischen Fernsehen gar als obdachlos dar, nachdem er aus der Wohnung auf dem Anwesen seiner Großmutter an der Via Appia Antica nahe Rom habe ausziehen müssen.

Lollobrigidas Wohnräume sind bis auf den letzten Zentimeter voll mit Fotos aus den Zeiten als Star. Schlagzeilen machte sie zuletzt jedoch eher mit Skandalen. Dazu gehört auch die Beziehung zu dem rund 34 Jahre jüngeren Spanier Javier Rigau Rifols. Eine Klage wegen einer angeblich betrügerischen Eheschließung gegen ihren Willen verlor sie vor zwei Jahren. Die Tochter eines Möbelfabrikanten kam 1927 im Bergdorf Subiaco östlich von Rom zur Welt, in dem Ordensgründer Benedikt einst als Eremit in einer Grotte gelebt hatte. Nachdem der Vater infolge von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg sein Vermögen verloren hatte, zog er 1944 mit seiner Familie nach Rom. Tochter Gina - eigentlich Luigina - studierte dort Bildhauerei, Malerei und Gesang.

Während sie sich mit Karikaturen und als Model für die in Italien damals beliebten Fotoromane über Wasser hielt, belegte sie immer wieder vordere Plätze bei Schönheitswettbewerben. Nach Auftritten als Statistin in mehreren Filmen soll sie auf der Straße von Filmregisseur Mario Costa entdeckt worden sein, der sie 1948 für ihre erste größere Rolle im Opernfilm "Bajazzo" engagierte. Der internationale Durchbruch gelang wenige Jahre später mit dem Mantel-und-Degen-Film "Fanfan, der Husar" an der Seite von Gérard Philipe, der 1952 in Cannes und Berlin ausgezeichnet wurde.

Sinatra, Flynn, Lancaster

In Hollywood spielte "La Lollo" an der Seite von Stars wie Frank Sinatra, Errol Flynn und Burt Lancaster. Den wohl größten Erfolg hatte sie als verführerische Esmeralda an der Seite von Anthony Quinn in "Der Glöckner von Notre Dame".Lollobrigida wurde als Männerschwarm gefeiert, galt als brünettes Pendant zu Marilyn Monroe. "Marilyn fürchtete sich davor, sich mit mir fotografieren zu lassen", erzählte Lollobrigida noch vor wenigen Monaten sichtlich zufrieden.

In Italien erhielt sie mit der ebenfalls für ihre Rundungen und ihre sinnliche Art der Darstellung bekannten Sophia Loren früh Konkurrenz. Im Unterschied zu ihr zog sich Lollobrigida nach rund 60 Filmen weitgehend aus dem Kinogeschäft zurück. Während Loren auch reifere Frauen darstellte, verlegte sich die Ex-Diva auf die Fotografie und die Bildhauerei. Sie fotografierte Berühmtheiten wie Fidel Castro und Salvador Dalí, verkauft selbst gefertigte Skulpturen. In den 90er Jahren ging die ehemalige Jurypräsidentin bei der "Berlinale auch in die Politik: Als Kandidatin für Romano Prodis Zentrumsbündnis verfehlte sie 1999 allerdings den Einzug ins Europäische Parlament.

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