28.06.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Götz Georges Bedeutung für den Film Schimmi machte Schtonk

"Das Schwein", "Der Sandmann", "Mein Vater" "Schulz & Schulz", "Der "Novembermann" und so weiter: Götz George hat kaum eine Rolle ausgelassen und das Fernsehen geprägt.

Götz George 1991 mit Christiane Hörbiger in "Schtonk". Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. George hat als "Schimmi" Geschichte geschrieben. Seine kumpelhafte Art Currywurst und Bier zu konsumieren oder "Scheiße" zu sagen, war einzigartig. "Im Fernsehen war Götz George vor allem für den und durch den Kommissar Schimanski stilgebend", sagte Medienwissenschaftler Joachim Trebbe. "Eine absolut provokative Interpretation des Ermittlungsbeamten im öffentlichen Dienst. Die Rolle erlaubt ihm, Sachen zu sagen, die man vorher im Fernsehen nicht gehört hatte. Teile dieser Rolleninterpretation sehen wir heute noch in jedem ,Tatort'."

Arbeitstier und Grenzgänger

Doch es wäre falsch, Götz George, der vor gut einer Woche im Alter von 77 Jahren gestorben ist, vor allem als Ruhrpott-Rambo in Erinnerung zu behalten. Mit diversen Rollen prägte er das Kino, auch im boomenden Privatfernsehen setzte er Zeichen. George wurde zum Arbeitstier - heiß umworben und hart an der Kapazitätsgrenze. "Als Götz George sich in dem Tatort "Duisburg Ruhrort" vor einer Plakatwand mit dem Bild seines Vorgängers Hans-Jörg Felmy verbeugte, um sich die Schuhe zu binden, war dies ein Abschied von der bisherigen Tradition des Deutschen Fernsehkrimis", sagte die Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher. "Sein Rollenspektrum war von einer großen Vielfalt gekennzeichnet." Einige Beispiele:

"Schulz & Schulz" (1989) : Ein Fünfteiler fürs ZDF, in dem George in einer Doppelrolle zwei Brüder im Westen und Osten Deutschlands verkörpert, die ihre Rollen tauschen.

"Schtonk!" (1992): Preisgekrönte Satire mit George als Skandalreporter über gefälschte Hitler-Tagebücher.

"Das Schwein" (1995) : Ein dreiteiliges Sat1-Drama. Götz George ist spielt ein Unternehmer, der ohne Rücksicht auf Verluste nur an seine Karriere denkt - und scheitert.

"Der Sandmann" (1995) : Im Thriller für RTL II gibt George einen Prostituiertenmörder, der sich nach als Autor einen Namen machen will.

"Die Bubi-Scholz-Story" (1997) : Der athletische George in einem einfühlsamen ARD-Zweiteiler als Boxer, der im Rausch seine Frau tötet.

"Mein Vater" (2003) : George schlüpfte für die ARD in eine viel beachtete Rolle als Alzheimerkranker, den sein Sohn bei sich aufnimmt.

"Die Katze" (2007) : Neuauflage seines Films mit Gudrun Landgrebe (1988) für die ARD: Die Fatale Heirat eines Ex-Häftlings und einer Fabrikantentochter (Hannelore Hoger).

"Der Novembermann" (2007) : Ein viel beachtetes Drama mit Burghart Klaußner und Barbara Auer über eine "alljährliche" Affäre.

"George" : Götz George verarbeitete 2013 seine Familiengeschichte in dem ARD-Drama über seinen Vater, Schauspieler Heinrich George (1893-1946), einen Ufa-Star zur NS-Zeit - eine der schwierigsten Rollen in Georges Schauspielerleben.Trauer um Götz George

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.