28.08.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Gold und Silber für Destillate der Gebrüder Schraml - Erfolg durch Qualität: Erlesenes aus dem Steinwald

Sie setzen auf vier Faktoren: Die Frucht, das Holz der Fässer, die Erfahrung und vor allem die Zeit. Gutes kann nicht überstürzt entstehen, es muss reifen. Manchmal über viele Jahre hinweg.

von Autor HOUProfil

So wie die Destillate aus der Erbendorfer Hausbrennerei Schraml. Die Schramls stehen in der sechsten Generation am Brennkessel. Es gibt Erfahrungen und Rezepte, die jeden Schluck zum Genuss werden lassen. Auch da gilt freilich: Keine Eile, niemals Hast, sorgfältig im Glas schwenken, damit das Aroma sich voll entwickeln kann. Für das, was anschließend den Gaumen streichelt, ist die Bezeichnung Schnaps ein viel zu profanes Wort.

Mut zu Neuentwicklung

Gregor Schraml (34) und sein Bruder Martin (42) prüfen mit der Nase, lassen Gäste und Kunden in der alten Erbendorfer Propstei an diesem Erlebnis teilhaben. Ein geradezu idealer Ort, der Destilliertradition und den spürbar werdenden Mut zur Neuentwicklung von Geisten, Bränden und Likören auf treffliche Weise miteinander verbindet.

Die Brüder Schraml haben das Unternehmen vom Vater übernommen. Gregor Schraml ist Diplomingenieur für Lebensmitteltechnologie, Martin Schraml hat Betriebswirtschaftslehre studiert. Ein Duo, das sich im täglichen Unternehmensablauf ergänzt. Jeder hat seinen Part in der Firma, zusammen wurde an der Familien-Philosophie festgehalten. Sie lautet: Qualität besitzt absoluten Vorrang. Und weil das mit großen Anstrengungen und viel Arbeit verbunden ist, hat Qualität eben auch ihren Preis.
Mit ihrer Einstellung sind die Schramls während der letzten Jahre Schritt für Schritt in der Branche vorangekommen. Zoiglbier- und Obstbrände sorgten für Aufsehen, der "Stonewood 1818 Single Grain Whisky" wurde zu einem viel beachteten Erzeugnis. Zehn Jahre alt übrigens und von einer Farbe, die Whiskytrinker ins Schwärmen geraten lässt. Nur 300 Flaschen gibt es pro Jahr.

Heuer und 2008 sind die Schramls beim Wettbewerb "World Spirit Awards" (WSA) im österreichischen Klagenfurt angetreten. Eigentlich wollten sie nur dabei sein. Doch dann ergoss sich ein wahrer Medaillenregen auf die Erbendorfer Hausbrennerei. Drei Mal Gold und drei Mal Silber 2008, das gleiche Ergebnis auch 2009. Wildholunderdestillat und Weihnachtslikör wurden prämiert, Whisky, Rosenmarillen-, Schlehen- und Pflaumenbrand nahmen die Test-Hürden mit Bravour. "Unerwartet und deshalb eine große Freude", bilanzieren Martin und Gregor Schraml ihre Erfolge in Klagenfurt.

Immer mehr Kunden

Ausruhen wollen die beiden nicht. Es wäre auch kaum möglich angesichts der nun von immer weiter her kommenden Kundschaft. Dass im Landkreis Tirschenreuth Exklusives in die Flaschen rinnt, hat sich längst herumgesprochen. Zum Beispiel der über 20 Jahre in Holzfässern gereifte Apfelbrand. Feinkostläden, Gastronomie, Hotellerie sind aufmerksam geworden, schicken maßgebliche Leute in die Oberpfalz. Und längst ist auch ein Außendienstmitarbeiter unterwegs.
Wenn Neues entstehen soll, tagt der Familienrat. Die jungen Schramls wollen auf die Erfahrung der Eltern nicht verzichten. 2012 soll ein Single Malt Whisky gebrannt werden. Mit weichem Wasser aus dem Steinwald wagt sich Destillateur Gregor Schraml an dieses Vorhaben. Sicher nicht einfach. Doch der 34-Jährige hat in der Vergangenheit ähnlich hohe Hürden glänzend gemeistert.

Imponierende Zahlen

Draußen an der Tür zur alten Propstei klingelt es. Ein Mann aus Vohenstrauß ist da, bietet reifes Obst an. Einer von etlichen, die als Lieferanten gerne in der Destille gesehen sind. Manche kommen auch von weit außerhalb der Region. Was dann meist sofort verarbeitet wird, summiert sich jährlich zu imponierenden Zahlen wie diese: 20 Tonnen Williamsbirnen, 45 Tonnen Äpfel und Birnen für den Obstler, fünf Tonnen Schlehen für einen köstlichen Geist.

"Jeder Tag ist eine spannende Herausforderung", sagen Gregor und Martin Schraml über ihre Arbeit. Auf dem Weg zur Spitze sind sie gut vorangekommen. Ein Ende ist noch lange nicht abzusehen. Doch auch da halten es die beiden Brüder mit einem Faktor ihrer Firmenstrategie: Wer Destillate macht, muss Zeit haben. Bei den Schramls hat man seit 1818 viel Zeit für das Handwerk.

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