29.11.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hohenburger Helmut Spörer "geborener Heimatpfleger" - Erbe des Vaters mit Leidenschaft ... Geistergeschichten das "Aufregendste"

von Paul BöhmProfil

Hohenburg. Ein viertel Jahrhundert war Helmut Spörer Vorsitzender des Hohenburger Heimatvereins, er spielt heute noch die Orgel in der Pfarrkirche St. Jakobus in Hohenburg. Er kümmert sich um heimatkundliche Dinge in Hohenburg und Umgebung, und wann immer es ihm die Zeit erlaubt, ist er in seinem Arbeitszimmer, um in umfangreichen Archiven seines Vater zu lesen.

"Mein Vater Friedrich Spörer hat zeitlebens heimatkundliche Dinge aller Art gesammelt, archiviert und niedergeschrieben, um sie für die Nachwelt zu erhalten". Dass heute im Arbeitszimmer von Helmut Spörer aus Hohenburg viele heimatkundliche Schätze und Kleinodien zu finden sind, ist letztendlich das geschichtliche Vermächtnis des Hohenburger Heimatkundlers und Sammlers aus Passion.

Friedrich Spörer wirkte als Lehrer an der Volksschule in Hohenburg und in seinem zweiten Beruf war er Ortsheimatpfleger und Heimatpfleger des Altlandkreises Parsberg. Denn bis zur Gebietsreform 1972 gehörten Hohenburg und Adertshausen noch zum Landkreis Parsberg. "Eine großer Teil seiner heimatkundlichen Sammlung ist damals nach Parsberg gegangen, weil mein Vater dort Kreisheimatpfleger und Kreisrat gewesen war", erzählt Helmut Spörer am großen Arbeitstisch sitzend.
Dass auch er in die Fußstapfen seines Vaters steigen wird, war dem pensionierten Lehrer schon von Kindheit mit in die Wiege gegeben worden. Er erzählt Begebenheiten, wie er mit seinem Vater schon in jungen Jahren zum Wagnermeister Johann Wittl gehen durfte.

"Dort in der Werkstatt, in der Winterzeit auch in der gut eingeheizten Stube, gab es für mich als Buben immer eine Geistergeschichte." Er erinnert sich noch genau, wie er dann mit seinem Vater heimgegangen ist und keinen Zentimeter von seiner Hosennaht wich. "Diese Geschichten habe ich damals in mich hineingesogen, und dies ist wahrscheinlich auch der Grundstock dafür, dass ich dann in späteren Jahren mich um das Erbe meines Vaters angenommen habe." Wenn jemand einen geschichtlichen Hintergrund sucht, etwas zu alten Häusern, zu Zunftwappen oder zur Ablösung des Truppenübungsplatzes wissen will, dann ist er beim Hohenburger Ortsheimatpfleger Helmut Spörer am richtigen Mann.

Nachdenklich blättert er in den Aufzeichnungen seines Vaters aus dem Jahr 1923, als eine Briefmarke zwischen 200 Millionen und 50 Milliarden kostete. "Es ist jetzt 85 Jahre her, als dies alles geschah." Wenn er diese Aufzeichnungen seines Vaters so durchliest, dann kommt er schon manchmal ins Schmunzeln, denn ähnliche Dinge spielen sich derzeit an den Weltbörsen ab.

"Heute ist alles moderner und globaler, aber ich wünsche den Menschen nicht, dass sie noch einmal so etwas durchmachen müssen", meint er in Anbetracht der Hiobsbotschaften, die tagtäglich in der Zeitung zu lesen sind.

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