Im oberbayerischen Dietramszell feierte das ZDF dieser Tage die Dreharbeiten der 200. Folge
"Forsthaus Falkenau" fast ein Denkmal

Als im Jahr 1987 die Dreharbeiten zur ersten Staffel "Forsthaus Falkenau" begannen, gab es noch zwei deutsche Staaten, kein Handy und kein Internet. Längst wurde für die Serie der 1000. und 1500. Drehtag gefeiert. In der 100. Folge spielte die kürzlich verstorbene Inge Meysel mit. Vor Wochenfrist wurde im oberbayerischen Dietramszell gefeiert: Die 200. Folge wird gerade "abgedreht".

Seit siebzehn Jahren leben in der Familie Rombach Junge und Alte zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Förster Martin Rombach (Christian Wolff) hatte in den bisherigen Staffeln vier Partnerinnen und drei Hunde. Schwere Schicksalsschläge hatte Martin Rombach zu überstehen: Eine Frau und eine Tochter musste beerdigt werden.

"Forsthaus Falkenau" zeichnet sich aber auch in seiner Besetzung durch eine Besonderheit aus. Die jungen Familienmitglieder sind nachgewachsen und spielen mit ihren Sorgen und Nöten wichtige Rollen. Und die "Alten" - dazu gehört besonders Vinzenz Bieler (Walter Buschhoff) und Oma Herta (Bruni Löbel) - bringen noch immer Humor und Heiterkeit in die Serie ein.

Echte Familiensendung

Das Konzept der Sendung ist einfach, aber so erfolgreich, dass das ZDF regelmäßig Quoten von über 22 Prozent Marktanteil hat. Es wäre falsch zu glauben, dass nur der ältere Zuschauerkreis sich an der Serie erfreut. Natürlich hat Christian Wolff, in jungen Jahren von den noch jüngeren Mädchen heiß verehrt, diese Altersgruppe als feste Zuschauer in die Serie "mitgenommen". Aber die Umfragen des Senders ergaben, dass auch junge Menschen nicht nur ihren Spaß an der Sendung haben, sondern auch das Interesse für Wald, Natur und Tierwelt gesteigert haben. "Die beste Serie, die des gibt", sagen viele Zuschauer. Denn in der Serie wird Gewalt verabscheut, das Herz ist in den 50 Minuten jeder Folge mit seinen emotionalen und spannenden Geschichten gefordert.

Im oberbayerischen Dietramszell feierte das ZDF kürzlich die Dreharbeiten zur 200. Folge der kommenden 15. und 16. Staffel. Groß war der Medienrummel am romantischen Forsthaus. Eine Trachtenkapelle und eine Volkstanzgruppe sorgten für Stimmung auf dem durch Regen aufgeweichten Rasen vor dem Forsthaus.

Wie im richtigen Film

Und der Förster Martin Rombach (Christian Wolff) zeigte sich so wie in die Zuschauer kennen und schätzen: Zuvorkommend, höflich und trotz allem Durcheinander auf der glitschigen Holzterrasse des Forsthauses immer die Ruhe bewahrend. Die Familie Rombach stellte sich dann auf der Terrasse den vielen Fotografen, während die Blaskapelle kräftig aufspielte und die Burschen und Mädchen in der heimatlichen Tracht tanzten. Dann führte der Weg weiter zur Tierarztpraxis von Sophie von Haunstein (Anja Schüte). Gleich daneben pflanzte der Förster den Jubiläumsbaum.

Naturschutz sagt "Danke"

Dann im noch offizielleren Teil dankte die Produktionsfirma ndF - Neue deutsche Filmgesellschaft - ihren Stars für die Mitwirkung in der erfolgreichen Serie. Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz, Professor Dr. Hubert Weiger, würdigte die Verdienste Martin Rombachs. Der Wald, die Natur und die heimische Tierwelt sei durch die Serie wieder vermehrt ins Bewusstsein der Menschen gerückt worden, sagte Dr. Hubert Weiger. Ausdrücklich hob der Vorsitzende des Bundes Naturschutz auch das private Engagement von Christian Wolff für die Erhaltung der Natur, wie zuletzt beim geplanten Ausbau der Donau bei Deggendorf, hervor. Mit der Übergabe der Urkunde wurde Christian Wolff zum Ehrenmitglied des Bundes Naturschutz ernannt.

Aber wie kam der Schauspieler Christian Wolff zum "Forsthaus Falkenau"? Ganz einfach, sagte Wolff im Gespräch, und vor allem in sehr kurzer Zeit. Bei der Planung der Serie habe ihm der Produzent auf dem Hamburger Flughafen die Person des Försters Martin Rombach vorgestellt. Es habe keiner langen Überlegung gebraucht und er habe die Bereitschaft zur Mitwirkung erklärt. Noch auf dem Flughafen sei das Konzept der Serie ausgearbeitet worden. Jetzt, nach inzwischen 17 Jahren, verschwendet der Christian Wolff keinen Gedanken, mit der Serie aufzuhören. Ob es eine 300. Folge geben wird, will ein Journalist wissen. Doch da baut der 66-Jährige etwas vor, verweist auf das eigene Alter und auf das nicht vorhersehbare Zuschauerinteresse.

Die hohen Einschaltquoten haben für Christian Wolff noch einen anderen Vorteil: Das ZDF bietet seinem Star alljährlich die Mitwirkung an einem 90minütigem Film an, bei dem er Drehort und Inhalt mitbestimmen kann. Die gleichen Rechte hat Christian Wolff mittlerweile auch beim "Forsthaus Falkenau".

Start im Oktober

Wenn also ab 1. Oktober immer freitags um 19.25 Uhr die 28 neuen Folgen gesendet werden, ist die Handschrift Wolffs bei der Besetzung der nicht durchgehenden Rollen zu erkennen. In jedem Fall aber werden die 50 Minuten im Zweiten Deutschen Fernsehen wieder durchschnittlich sieben Millionen an den Bildschirm fesseln. Aber kein Zuschauer wird dann bemerken, dass das "Forsthaus Falkenau" vom Revier seines Försters weit über einhundert Kilometer entfernt ist. Ein kleiner Filmschnitt lässt die Entfernung schrumpfen . . .