24.09.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Interview mit dem Künstler Ernst Fuchs, der das Bühnenbild für "Königshaut" gestaltet Spiegelungen des "Fantastischen Realismus"

von Jürgen HerdaProfil

Der Weltmaler Professor Ernst Fuchs, über den Dalí sagte "Du bist mein Dalí", hat sich bereit erklärt, das Bühnenbild für das Drama "Königshaut", das der Oberpfälzer Schriftsteller und Dramatiker Wolfsmehl geschrieben hat, am Schauspielhaus Salzburg zu gestalten. Die Osterfestspiele 2006 sind in Planung; eine Aufführung auf der Seebühne in Klagenfurt soll 2005 stattfinden. "Hörbuch Hamburg" bringt die Hörbuch-CD mit Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle zur Leipziger Buchmesse in den Handel.

Ernst Fuchs, einer der größten Meister des 20. Jahrhunderts, ist der Begründer der Wiener Schule des "Fantastischen Realismus". Zusätzlich zur Malerei ist Ernst Fuchs als Bildhauer, Architekt, Dichter, Essayist und Philosoph bekannt. Seit 1974 arbeitet Ernst Fuchs auch für Film und Bühne: Ausstattungen der Opern "Parzival" und "Zauberflöte" in Hamburg, "Lohengrin" in München und des Balletts "Josefslegende" von Richard Strauss in Wien. 1996 Weltpremiere der von Ernst Fuchs ausgestatteten "Zauberflöte" in Wien. Ernst Fuchs sieht in der Literatur von Wolfsmehl Spiegelungen seiner Werke des Fantastischen Realismus.

Sie sind der Begründer des Fantastischen Realismus. Was reizt Sie daran, das Bühnenbild für das Drama "Königshaut" zu entwerfen?

Fuchs: Wie alles, was ich bisher von Wolfsmehl kenne, ist auch "Königshaut" ein Meisterwerk. Es hat folkloristische und parodistische Züge wie jene, die wir aus "Jedermann", der "Dreigroschenoper" und der kirchlichen Mysterienspiele kennen, um einige zu nennen. Auf der Basis dieser Vorgaben hat das Drama "Königshaut" jene Dimension, die geradezu danach verlangt, als monumentale Oper ausgeformt zu werden.

Es hat gewiss im deutschsprachigen Raum nur "Carmina Burana" bei leichten Vorgaben jene Popularität erreicht, die die bekanntesten Opern des 19. Jahrhunderts aufweisen. Das liegt nicht allein an der Thematik, sondern in der sprachlichen Qualität. Für diese Form der Realisierung würde ich gerne als Gestalter der Bühne und Kostüme und als Mitarbeiter der Regie mitwirken dürfen - koste es, was es wolle!

Das Hörbuch "Zeit der Unübertrefflichkeit" wird demnächst vom Hessischen Rundfunk zum Gedenken der Verfolgten des Nationalsozialismus ausgestrahlt. Was empfinden Sie bei dieser vertonten Erzählung von Wolfsmehl?

Fuchs: Bedenkt man, dass Wolfsmehl, der die menschenverachtende Akribie des Dritten Reiches nicht als Opfer erlebt hat, dermaßen überzeugend die Sinnlosigkeit der Verbrechen darstellen konnte, ist dies allein schon ein Zeugnis, das sich durch phänomenale Anverwandlungsgabe auszeichnet und diesen Dichter auch für kommende Zeiten und Generationen gewissermaßen als Zeitzeuge der Ewigkeit empfiehlt. So ist das!

Das betrifft vor allem seine neuesten Werke der "Ideenfabrikant" (Anm. d. Red.: Klaus Maria Brandauer hat für eine Hörbuchproduktion 2005 zugesagt), "Lola Montez" (eine Schicksalsrevue) und das Kindermusical "Danei im Sternenauto".

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