Jane Birkin wird 70
Mit "Je t'aime" zum Erfolg

Sie gilt als Sex-Symbol der 60er und 70er Jahre: Die britische Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin wird heute 70 Jahre alt. Bild: dpa

Paris. Turnschuhe und weiße Hemden trägt Jane Birkin noch immer. Auch ihr Lächeln erinnert an das von früher. Dennoch ist die britische Sängerin und Schauspielerin nicht mehr jene, die die Öffentlichkeit seit über 40 Jahren kennt. Krankheit und der Tod der Tochter haben tiefe Spuren hinterlassen. "La Birkin", wie die Franzosen ihre Lieblingsengländerin nennen, wird heute 70 Jahre alt.

Im Jahr 2013 hat sie ihre Tochter Kate aus der Beziehung mit dem Komponisten John Barry verloren. Die 46-jährige Fotografin war aus dem Fenster ihrer Pariser Wohnung gestürzt. Jane Birkin habe sich danach völlig zurückgezogen und ein Jahr lang das Haus kaum verlassen, wie sie dem französischen Radiosender RTL gestand.

Doch ihre Auftritte in der Öffentlichkeit wurden schon ab 2012 immer seltener. Nach mehreren Konzertabsagen gestand sie Frankreichs Medien, dass sie an einer Autoimmunkrankheit leide. Doch Jane Birkin trägt ihr Schicksal mit Humor. Sie amüsiere sich in Krankenhäusern, mit den Krankenschwestern und den Ärzten. Bei einer Autoimmunkrankheit greift das körpereigene Abwehrsystem die eigene Struktur an Zellen und Gewebe an.

Birkin lässt sich nur noch auf den wichtigsten Events sehen. So wie dieses Jahr auf den Filmfestivals im südfranzösischen Cannes und in Locarno in der Schweiz, wo sie mit einem "Pardo alla carriera", einem "Leoparden für ihre Karriere", ausgezeichnet wurde. Jane Birkin sei nicht wiederzuerkennen, schrieben die Medien.

Durchbruch mit "Blow up"

Über 40 Filme hat sie gedreht, darunter den Erotikfilm "Egon Schiele - Exzesse" aus dem Jahr 1981. Ihren Durchbruch schaffte sie mit "Blow up", in dem sie ein Fotomodel spielt - nur bekleidet mit Kniestrümpfen. Der Film von Michelangelo Antonioni wurde in Cannes 1967 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Ein Jahr später erschien der Erotik-Thriller "Der Swimmingpool", in dem sie an der Seite von Romy Schneider und Alain Delon spielt.

Birkin war das Sex-Symbol der 60er und 70er Jahre. Über diese Zeit sagte sie Jahrzehnte später, dass sie sich mit diesem Image gar nicht identifizieren konnte. "Andererseits mochten mich die Leute ja, ich war ja nie so eine gefährliche Frau wie die Bardot, ich war nicht perfekt, und ich blieb bei meinem Mann. Ich war kein Risiko. Die Bardot schon, sie nahm sich die Männer anderer Frauen", sagte sie der "Zeit".

Sie war Anfang 20, als sie mit Serge Gainsbourg "Je t'aime, moi non plus" ins Mikrofon stöhnte. Der gesungene Orgasmus wurde zum Skandal und in vielen Ländern verboten. Doch die verführerische Frau mit der Zahnlücke und dem englischen Akzent machte das Schmuddellied 1969 über Nacht zum Star - und die beiden zu einem Paar. Zusammen feierten sie einige ihrer größten Erfolge, darunter "La danseuse" und "Melody Nelson". Im Jahr 1971 kam Tochter Charlotte Gainsbourg auf die Welt.

"Witwe Gainsbourg"

Im September 1980 setzte Birkin der Liaison ein Ende. Sie war der Eskapaden des Frauenhelds und Alkoholikers müde. Trotz der Trennung sangen beide gemeinsam weiter. Er sei ein ganzes Leben für sie gewesen und werde es auch bleiben, sagte sie später. Als der Franzose im März 1991 starb, nannte Frankreichs Presse Birkin die "Witwe Gainsbourg".

Birkin hat zahlreiche Alben veröffentlicht, auf denen sie mit Manu Chao, Bryan Ferry und Beth Gibbons zusammenarbeitet. Dass sie noch Filme drehen werde, glaube sie nicht, wie sie auf dem Filmfestival in Locarno dem "Münchner Merkur" sagte. Der Grund: Ihr gefalle ihr Gesicht nicht mehr.
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