Klaus Hoffmann kommt zu den Weidener Literaturtagen - Livealbum und Autobiografie im Gepäck
Romantiker, Melancholiker, Spinner und Galan

Rückblende: Es ist Mittwoch, der 14. November 2012. Ein eher trüber Spätherbsttag in Hamburg. Im renommierten Thalia-Theater in der Hansestadt ist schon am Nachmittag mächtig Gewusel: Der Entertainer Klaus Hoffmann bittet zum Soundcheck. Zwar ist das Personal gering - auf der Bühne wird sich am Abend neben Hoffmann mit Gitarre und Mikrofon nur noch der Pianist Hawo Bleich aufhalten -, doch gerade wegen dieser Reduzierung muss alles stimmen, jeder Fehler würde sofort auffallen. Es wird Intimität pur geben im Thalia in jener Nacht. Diese perfekt herzustellen ist um einiges komplizierter, als eine Stadion-Show vorzubereiten.

Original besonderer Art

Klaus Hoffmann ist gerade 62 geworden. Er ist ein Original in einer Ära, in der Originale rar gesät sind. Der waschechte Berliner ist ewiger Charmeur und Galan der alten Schule, ein Romantiker, Melancholiker, Spinner. All diese Kategorisierungen schätzt Hoffmann überaus. Und fügt noch einige hinzu: "Nostalgiker, Anachronist, altmodischer Zausel - damit kann ich prima leben! In erster Linie bin ich aber jemand, der sich erinnert. Wenn man sich erinnert und dieses Erinnern in etwas spannendes Neues umsetzt, dann ist dies das Schönste, was einem Künstler passieren kann."
Klaus Hoffmann ist ein kreatives Multitalent. Mitte der 70er sah es so aus, als würde ihm eine große Karriere als Schauspieler bevorstehen. So agierte er etwa grandios in der Verfilmung des Ulrich-Plenzdorf-Bestsellers "Die neuen Leiden des jungen W.", wurde daraufhin als eines der größten Nachwuchstalente des jungen deutschen Films gehandelt. Doch der Mann von der Spree hatte andere Pläne, wollte lieber seine eigene Rolle mimen - als Musiker. Er veröffentlichte 1975 sein namenloses Debütalbum. Mit Erfolg. Darauf ist die Musik zu hören, die er bis heute spielt - deutschsprachiger Chanson.

Zur Erklärung dafür sagt er: "Ich stamme aus Charlottenburg und machte meine ganz eigenen Geschichte, war durch Hildegard Knef beeinflusst, durch Charles Aznavour und Jacques Brel. Ich verstand zwar kein Wort Französisch. Aber was mir gefiel, war vor allem das Pathos, also dass da ein Typ raus auf die Bühne geht, seine Arme öffnet und daraufhin eine Geschichte erzählt, die sich weit über das erhebt, was wir hier in Deutschland an Unterhaltung kennen."
Unter diesem Aspekt ist die gerade erschiene Live-CD "Als wenn es gar nichts wär" von Klaus Hoffmanns Thalia-Gastspiel zu verstehen - dokumentiert ist ein klassischer Chanson-Abend von mehr als zwei Stunden, verteilt auf zwei Scheiben, bei denen Hoffmann beinahe genauso viel erzählt wie er Musik macht.

Die meisten Anekdoten entstammen der im Herbst veröffentlichten Autobiografie, die den selben Titel wie das Album trägt. Der Mann aus der Bundeshauptstadt ist erleichtert, diesen Wälzer endlich zu Papier gebracht zu haben - eigentlich wollte er ihn zu seinem 60. Geburtstag am 26. März 2011 veröffentlicht sehen, doch damals stand gerade erst das Rohgerüst des Buchs.

Luft für neue Ideen

Heutzutage freut sich Klaus Hoffmann, dass er diese mühselige Arbeit endlich hinter sich hat, denn: "Ich habe all die Jahrzehnte meines Daseins so ehrlich wie möglich abgebaut. Das hat mich befreit - und schafft dadurch Kapazitäten für ganz neue Projekte."

Zunächst aber stellt sich Hoffmann nochmals der Vergangenheit, am Sonntag, 21. April , bei den Weidener Literaturtagen. Im Autohaus Widmann (Am Wörnzgraben 2) startet um 20 Uhr ein ebenso charmanter wie wehmütiger Ausflug in die Biografie eines der kurzweiligsten deutschen Unterhaltungskünstler. Sein Buch "Als wenn es gar nichts wär - Aus meinem Leben" hat Hoffmann ebenso im Gepäck wie seine Gitarre.

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http://www.klaus-hoffmann.com

http://www.weidener-literaturtage.de
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