01.08.2001 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kleine Gartenschau Cham veranstaltet Europäisches Symposium am Ufer des Regen Sieben Bildhauer auf einen Streich

Von Anastasia Poscharsky-Ziegler

von Redaktion OnetzProfil

Cham. "Was soll 'n das werden?" Diese immer wieder gestellte Frage nervt nach fünf Wochen. Doch eigentlich schätzen die sieben Künstler des Europäischen Bildhauersymposions das Interesse des passierenden Publikums.
Im Rahmen der kleinen Gartenschau am Regen-Bogen in Cham findet die Kunstaktion bis zum 19. August auf dem Skulpturenfeld an der Florian-Geyer-Brücke statt. Über die Schulter sehen lassen sich der Österreicher Peter Paszkiewicz, der Tscheche Václav Fiala, der Schweizer Roland Hotz sowie die Deutschen Heike und Jirí Mayr, Toni Scheubeck und Johannes Bludau.

An einer fünfteiligen monumentalen Installation, einer Torskulptur aus Passauer Granit arbeitet das Bildhauerehepaar Jirí und Heike Mayr. Die Düsseldorferin und der Prager, die sich in ihrer Studienzeit am Rhein kennen lernten und heute in Augsburg arbeiten und leben, jonglieren mit Steinbrocken wie mit Bausteinen, arbeiten mit dem Meißel minutiös an der Oberflächenstruktur.
"Skulptur ist humanisierte Natur", meint Peter Paszkiewicz aus St. Margarethen angesichts seines kubischen 18-Tonnen-Kolosses. Runde, organische Formen deuten sich beim rosa Bayerwaldgranit an, der von Václav Fiala aus Klatovy bearbeitet wird, aber seine endgültige Form noch nicht preisgibt.
Einem weicheren Werkstoff hat sich der aus dem Ruhrpott stammende Johannes Bludau zugewandt: Der Künstler aus Hunderdorf bei Straubing konzentriert sich auf die Holzbildhauerei, nahm sich eines erkrankten Lärchenbaums an und fertigt verspielte Hütchenformen aus dem Stamm.

Nicht beim Skulpturenfeld an der Brücke, sondern am gegenüberliegenden Regenufer, unweit des roten Biertores auf der neu gestalteten Ross-Schwemme, bearbeiten der Züricher Roland Hotz und der Arnschwanger Toni Scheubeck zwei Redwitzite, geologische Fundstücke des Autobahnbaus bei Marktredwitz. Hotz nähert sich seinem Werkstück mit den Fragen, "Was sagt mir der Stein? Was teilt er mir mit?", und versucht darauf Anworten zu geben.

Ergänzt wird die interessante Begegnung mit aktuell entstehender zeitgenössischer Kunst durch eine mehrteilige Ausstellung Lothar Fischers, Mitglied der Künstlergruppe SPUR und ehemaliger Meisterschüler von Heinrich Kirchner. Nur einen Steinwurf vom Skulpturenfeld entfernt, im ehemaligen Armenhaus Chams, sind Plastiken und Arbeiten auf Papier von Fischer aus den Jahren 1958 bis 1965 zu sehen.
Außerdem verteilen sich über den gesamten öffentlichen Raum der Stadt fünf Großskulpturen des Künstlers, der stets den Menschen zu seinem Thema macht. Die Städtische Galerie im Cordonhaus, die verantwortlich zeichnet für den Kunstakzent der Gartenschau, gibt in ihren Räumen in der Propsteistraße 46 ebenfalls vielseitigen Einblick in das plastische Schaffen Lothar Fischers. Informationen bei Brigitte Weiss, Telefon 09971/803496.

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