"Love & Frendship"
Neue Jane-Austen-Verfilmung

Lady Susan Vernon (Kate Bekinsdale, rechts) schmiedet in "Love & Friendship" mit Freundin Alicia Johnson (Chloe Sevigny) Ränke, um ihr Auskommen zu sichern. Bild: Ross Mcdonnell/Blinder Films Chic Films Revolver Amsterdam Arte France Cinema/dpa

Berlin. Historische Kostümfilme scheinen in der kalten Jahreszeit besonders beliebt zu sein. Wenn die Kerzen brennen und die Kuscheldecke auf dem Sofa bereit liegt, laufen im Fernsehen gern Klassiker, darunter oft auch Verfilmungen der Romane von Jane Austen wie "Stolz und Vorurteil" oder "Sinn und Sinnlichkeit". Jetzt wurde ein weiteres Werk der britischen Schriftstellerin für die Leinwand adaptiert: die vermutlich um 1800 geschriebene und posthum im Jahr 1871 publizierte Novelle "Lady Susan".

Mutter-Tochter-Konflikt

Die gleichnamige Protagonistin des Briefromans ist eine unverbesserliche Intrigantin. Und nach ihrer Logik sollte sie das auch sein. Denn Lady Susan Vernon (Kate Beckinsale) ist jung verwitwet und muss nun in der gehobenen Gesellschaft allein ihr Auskommen sichern. So schmiedet sie Ränke, wo immer sie kann - am liebsten mit Hilfe ihrer in London lebenden amerikanischen Freundin Alicia Johnson (Chloë Sevigny).

Um ihre finanziellen Nöte zu lindern, hat Lady Susan bereits einen Plan: Ihre Tochter Frederica soll dem reichen Junggesellen Sir James Martin das Jawort geben. Doch Frederica sträubt sich. Denn der Auserwählte gilt gemeinhin als ausgesprochener Hohlkopf. Aber Lady Susan lässt nicht locker. Sie will die unglückliche Frederica zur Ehe mit ihm zwingen. Der Konflikt zwischen Mutter und Tochter spitzt sich zu, als beide beginnen, sich in den Bruder von Lady Susans Schwägerin, Reginald DeCourcy, zu vergucken. "Love & Friendship" ist ein theatral inszeniertes Kammerspiel mit großen Gesten und schönen, ausladenden Roben. Hauptdarstellerin Kate Beckinsale vertieft sich mit löckchenschüttelnder Inbrunst in die Rolle der Lady Susan, der australische Schauspieler Xavier Samuel macht als ihr Verehrer Reginald DeCourcy das dazu passende milchbübisch-naive Gesicht.

Humor auf vielen Ebenen

Regisseur und Drehbuchautor Whit Stillman scheut sich nicht, die gefühlsbetonten Seiten des Austen-Frühwerks herauszustellen und der Vorlage die größtmöglichen Albernheiten abzugewinnen, vor allem mit der Figur des Blödels Sir James Martin alias Tom Bennett. Der Humor funktioniert auf vielen Ebenen. Fein gelingen einige absurde und bissige Dialoge.

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Regie: Whit Stillman - Mit: Kate Beckinsale, Chloë Sevigny, Xavier Samuel - Musik: Benjamin Esdraffo - 96 Minuten - ohne Altersbeschränkung - Im Internet: www.24-bilder.de/filmdetail.php?id=687
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