13.05.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ludwig Hofmaier als Antiquitätenhändler bei Horst Lichter - Einst führte er das "Apollo" in Steinberg "Lucky" ist wieder im Fernsehen bei "Bares für Rares"

Da stand er also, der Ludwig Hofmaier. Nach so vielen Jahren die erste Begegnung. Allerdings nicht persönlich, sondern via Bildschirm. Ludwig Hofmaier, der "Handstand-Lucky", etwas in die Jahre gekommen, doch unverkennbar allein schon wegen seiner Mundart. Am Sonntag trat der zwischenzeitlich 72-Jährige in Horst Lichters ZDF-Sendung "Bares für Rares" als Antiquitätenhändler auf.

von Autor HOUProfil

Ludwig Hofmaier ist vielen im Gedächtnis geblieben als Betreiber der Discothek "Apollo" am Ortsrand von Steinberg. Anfang der 1970-er Jahre eröffnete der Regensburger das Lokal, holte Stars wie Marianne Rosenberg und "Middle of the Road" zu Liveauftritten. Später wurde ein Nachtclub aus dem "Apollo", herrschte strengstes Jugendverbot, wenn Damen ihre Striptease-Vorführungen zeigten und sich entblätterten.

"Weltmeister im Handgehen"

Mittendrin im ganzen Trubel stand Nacht für Nacht Ludwig Hofmaier. Der eher kleine Mann konnte seinerzeit renommieren mit dem Titel des "Weltmeisters im Handgehen" (hier ein Bericht über ihn mit historischen Fotos bei Spiegel Online). Mit artistischen Fähigkeiten in diesem Metier ausgestattet, durfte der "Lucky" bisweilen auch im Fernsehen auftreten. So unter anderem in der "Haifischbar" an der Seite von Henry Vahl und Roberto Blanco.

Irgendwann schloss das "Apollo" seine Tore, wurde es still um Ludwig Hofmaier. Man wusste nicht, wohin er gegangen war. Viele Jahre zogen ins Land. Dann war zu lesen, dass der "Lucky" wohl nach Regensburg zurückgekehrt war.

Ludwig Hofmaiers Rückkehr bei "Bares für Rares"

Jetzt ist er plötzlich wieder im TV zu sehen. In Horst Lichters Sendung "Bares für Rares". Der Inhalt: Menschen aus dem Volk versuchen seltene Sammelstücke an Antiquitätenhändler zu verkaufen. Zum Beispiel eine Filmfigur des "Spiderman" in Lebensgröße, in Ölfarben gemalte Landschaftsbilder und eine Sammlung von Taschenuhren. Bei diesen Chronometern zog der mit breiten Hosenträgern auftretende Hofmaier die Geldbörse und legte über 1000 Euro auf den Tisch.

Erst als sein Name eingeblendet wurde, fragte man sich: Ist er es oder ist er es nicht? Denn die Zeit ist auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen.

Fünf Antiquitätenhändler gibt es in der Sendung, einer davon ist der frühere Handstand-Weltmeister. Auf der Internetseite zur Sendung heißt es, der 72-Jährige sei Regensburger, seit fünf Jahrzehnten im Antiquitätenandel aktiv und kaufe alles, "was man sich in die Wohnung stellt." Ohne einen eigenen Laden, wie betont wird.

Link-Tipps:  Mehr über den "Handstand-Lucky" Auch ein Ludwig Hofmaier kann sich mal irren.

Der "Handstand-Lucky": Von Regensburg nach Rom auf den Händen

Ludwig Hofmaier im SWR

Erinnerungslücke bei Ludwig Hofmaier

Deutschlands gegenwärtig prominentester Antiquitätenhändler Ludwig Hofmaier mag sich offenbar nicht mehr so gern an seine Zeit als Nachclubbesitzer in Steinberg bei Schwandorf erinnern. Als im September 2017 bei „Bares für Rares“ im ZDF-Studio ein Schwandorfer Ehepaar ein Armband anbot, vermutete er die Stadt „in Niederbayern“. Nein, wurde der 75-Jährige korrigiert, Schwandorf sei in der Oberpfalz. Dazu passt eine Erfahrung, die der Steinberger Altbürgermeister Jakob Scharf gemacht hat. Scharf, zu Zeiten des Nachtlokals „Apollo“ Gemeindeoberhaupt, hatte den in Regensburg als Handstandweltmeister bekannt gewordenen Ludwig Hofmaier zu einem Nostalgieabend eingeladen. Natürlich mit kostenloser Übernachtung im besten Haus am Platz. Auf Antwort wartet er bis heute.

Ludwig Hofmaier bekommt Vinyl-Schallplatte angeboten

In einer Sendung aber war auch der frühere "Apollo"-Wirt, der Anfang der 1970er Jahre Stars wie Marianne Rosenberg und Middle of the Road nach Steinberg holte, wirklich sprachlos. Denn plötzlich kam da ein Rheinländer ins Studio, der eine kleine schwarze Vinyl-Schallplatte auf den Tisch legte und sie dem Ludwig Hofmaier und dessen drei Händlerkollegen anbot. "Und warum soll das etwas Besonderes sein?", wollte Hofmaier wissen. Was er zu diesem Zeitpunkt in den Händen hielt, war absolut rar und selten.

Eine Beatles-Platte, die es nachweislich nur einmal weltweit gibt. "Come together" sollte drauf sein, der Song "Here comes the Sun" wurde gepresst. Beim Hersteller hatte man das Versehen sofort bemerkt und die erzeugten Platten geschreddert. Eine einzige blieb übrig. Die nahm der damals bei dem Plattenkonzern arbeitende Mann mit und präsentierte sie jetzt. Von einem Experten war zuvor schon ein Liebhaberwert von etwa 30.000 Euro geschätzt worden. Das aber wussten die Antiquitätenhändler nicht.

Ludwig Hofmaier bietet 300 Euro

"Ich zahl' 300 Euro", eröffnete Ludwig Hofmaier den Gebotsreigen. Dieser Betrag entlockte dem Besitzer nur ein müdes Lächeln. Er offenbarte den eigentlich zu erzielenden Preis und hörte vom schlagfertigen Oberpfälzer: "30.000 Euro hab' ich leider nicht dabei." Also wurde die Vinyl-Scheibe wieder mitgenommen. Sie kommt nun auf eine Auktion. Hofmaier bedauerte: "Ich hätt's selber aufgehoben."

Mit Heide Rezepa-Zabel bei Markus Lanz

Auch in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" hatte Antiquitätenhändler Ludwig Hofmaier seinen Auftritt. Da saß der ehemalige Handstandweltmeister mit Heide Rezepa-Zabel. Spitzbübisch, wortgewandt und nahezu jeden Satz mit der Frage "Vaschtenga's mi?" vollendend. Manche verstanden ihn nicht. Doch das machte dem Lucki wenig aus. Gleichwohl erbot sich Moderator Lanz schmunzelnd, bei Verständnisschwierigkeiten den Dolmetscher zu spielen.

Interview mit „Handstand-Lucki“ für das Haus der bayerischen Geschichte

1956 siegte Ludwig Hofmaier beim Kinderturnfest in München, zehn Jahre später - und einige Meistertitel mehr in den Taschen - wagte er eine Weltekordversuch: 132 Kilometer im Handstand von Regensburg nach München. Im Interview für das Haus der bayerischen Geschichte erinnert er sich Ende 2015 an die spektakuläre Aktion, für die er hundert Paar Handschuhe "durchgelaufen" und einige Male kopfüber Brotzeit machte.

Ludwig Hofmeier hat beim Mercedes SL das Nachsehen

Er hatte immer schon eine Vorliebe für schnelle Sportwagen. Einst flitzte der in Saal/Donau geborene und später einen Nachtclub in Steinberg bei Schwandorf betreibende Ludwig Hofmaier mit einem Maserati durch die Gegend. Jetzt aber hatte der unterdessen 76-Jährige das Nachsehen.


Ludwig Hofmaier, als „Handstand-Lucki“ in Regensburg und weit darüber hinaus damals bekannt geworden, gehört seit Jahren zu den Antiquitätenhändlern, die in Horst Lichters Fernsehshow „Bares für Bares“ auftreten. Der wortgewandte Ex-Diskotheken- und Nachtbarbesitzer war auch mit dabei, als Lichter seine beliebte Trödel-Sendung im ZDF-Abendprogramm präsentierte. Attraktiver Aufnahmeort war das Schloss Drachenburg bei Königswinter.


Plötzlich war Hofmaier entzückt. Denn da kam ein Arzt, der seinen großartig aussehenden Mercedes Benz 190 SL anbot. Das Fahrzeug mit Erstzulassung 1961 war einige Jahre davor auf dem Genfer Autosalon vorgestellt und für den US-Markt von Daimler produziert worden. Ein wahres Prachtstück, trotz einiger kleiner Dellen im roten Lack. Der Sportwagen stach Ludwig Hofmaier ins Auge. Sofort signalisierte er: „Ich biete 35.000 Euro“. Doch das entlockte dem Besitzer nur ein müdes Lächeln. Hofmaier blieb danach schweigsam. Er hörte nur noch zu, wie die Gebote stiegen. 95.000 Euro wollte die Antiquitätenhändlerin Susanne Schweiger zum Schluss geben. Doch der Daimler-Eigentümer mochte auch das nicht akzeptieren. Er beharrte auf „mindestens 100.000 Euro“ und nahm schließlich sein Schmuckstück wieder mit. Obwohl es sein Sohn, ein Mann mit Gardemaß, nicht fahren mag. (hou)

 

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.