08.02.2018 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Meisterwerke des Expressionismus im Museum Schäfer in Schweinfurt ausgestellt Mit Münter und Kandinsky zurück ins Paradies

Schweinfurt. Die Oberpfalz und Unterfranken verbindet - kulturell betrachtet - nicht nur der alljährliche Auftritt der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" bei "Fastnacht in Franken". Das Museum Schäfer in Schweinfurt bietet Einblicke und Querverbindungen, die sich so nur dem Besucher aus der Oberpfalz offenbaren.

Auch das expressionistische Bild "Frau im weißen Kleid" (1908) von Emil Nolde ist in Schweinfurt zu sehen. Bild: Emil Nolde, Stiftung Seebüll
von Externer BeitragProfil

Paradies gemalt

War es 2017 die Sonderschau "Mies van der Rohe und das Bauhaus", dessen letztes Bauwerk die imposante Rosenthal-Fabrik-Glaskathedrale in Amberg ist, so ist es aktuell die große Ausstellung "Back to Paradise - Meisterwerke des Expressionismus", in der Werke von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky zu sehen sind. Zwei Künstler, die längere Zeit in Kallmünz lebten und arbeiteten.

Vor mehr als 100 Jahren entstand der Expressionismus. Die Künstler dieser Art wollten ihre Gefühle ausdrücken. Sie malten die Sachen anders, als sie in Wirklichkeit aussahen. Dafür benutzten sie sehr bunte Farben, es entstanden blaue Pferde oder grüne Menschen. Auch die Formen waren anders. Viele Künstler gestalteten sich ihr eigenes Paradies, so wie sie es sich vorstellten. Deswegen heißt die Ausstellung in Museum Schäfer "Back to Paradise" - Zurück ins Paradies.

Kindische Werke

Angenehm leicht liegt das "Paradies"-Geheft neben dem dicken Ausstellungskatalog im Foyer. Beschwingt laufen Besucher durch bunte Räume mit großen Kunstwerken, die so zu dem werden, was die Künstler wollten: anregen, schön sein, Sehnsüchte ausdrücken. Auch das zeigt den Trend der moderner Ausstellungsgestaltung: Weg vom Elitären, hin zum leichten Zugang.

Zwei sehr wichtige Künstler-Gruppen des Expressionismus haben das Genre stark beeinflusst: Blauer Reiter und Brücke. Anfang des 19. Jahrhunderts verstanden die Menschen die Bilder nicht, sie hielten die Werke für kindisch. Heute sind Bilder von Erich Heckel, Emil Nolde, August Macke, Henri Matisse, Franz Marc, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky weltberühmt.

Sieht man den Expressionismus aus der Sicht der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts, dem Schwerpunkt der Schweinfurter Sammlung, gleicht er in seiner Kraftentfaltung einem lange ruhenden Vulkan, der um 1900 ausbricht. Die Werke spiegeln ein neues Lebensverständnis der Künstler wider: mehr Natur, mehr Heimat, mehr Wurzeln. Dinge die auch heute wieder intensiv herbei gesehnt werden.

Verständlich und erlebbar

Die Ausstellung vereint 155 hochkarätige Werke aus zwei Museen und einer Privatsammlung all jener Maler, die heute aufgrund der herausragenden Bedeutung ihrer Kunst unter dem Namen Expressionisten in den großen Museen der Welt vertreten sind. Die Zusammenführung dreier Sammlungen in Schweinfurt bietet die Chance, dem Betrachter sowohl den Expressionismus als Ganzes verständlich, als auch das Individuelle jedes einzelnen Künstlers erlebbar zu machen. "Back to Paradise" ist noch bis Sonntag, 8. April, zu sehen.

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Weitere Informationen:

www.museumgeorgschaefer.de

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