Mitreißendes Schlusskonzert der 4. Internationalen Meistersinger-Akademie
Einstieg in tiefste Emotionen

Am Ende der anspruchsvollen Abschlussgala steigerte sich der Applaus zu minutenlangen Ovationen für die Teilnehmer der Internationalen Meistersinger Akademie. In der Mitte mit Tuch Professor Wiens, die sich mit Charme und Leidenschaft für die Sänger einsetzt. Bild: Scharf
Einen "Einstieg in tiefste Emotionen" versprach die künstlerische Leiterin der Internationalen Meistersinger-Akademie Prof. Dr. Edith Wiens bei der Abschlussgala im ausverkauften Reitstadel in Neumarkt. Sie sollte Recht behalten. Am Ende des anspruchsvollen Konzerts steigerte sich der Applaus zu minutenlangen Ovationen für die acht Sängerinnen und vier Sänger, die zwei exzellenten Pianisten Benjamin Spa und Jonathan Ware, und den temperamentvollen Moderator Tobias Truniger.

Der führte äußerst versiert, dabei charmant und locker durchs anspruchsvolle Programm mit Arien und Szenen von Rossini, Puccini und Donizetti, Dvorák und Gounod, Verdi, Monteverdi, Bellini, Korngold, Cilèa und Strauss (Sohn).

Echte Startrampe

In ihrer sehr emotionalen Ansprache lobte Professorin Wiens die "spannende und lohnende Arbeit" mit den Sängern, die "hier weggehen wie warme Semmeln!" Gemeint sind die Engagements für die angehenden Opernstars. London, New York, München, Frankfurt, Palermo, Zürich, Salzburg und viele andere große Häuser haben schon ihr Interesse an den Nachwuchskünstlern bekundet, die alle ein Gesangsstudium abgeschlossen haben. "Die IMA ist die Startrampe für eine steile internationale Karriere. In Neumarkt bekommen die Sänger den letzten Schliff", sagt Wiens.

Und dieser Feinschliff leuchtet auch durch alle Auftritte! Bis in letzte Feinheiten ausgeleuchtet wurde jede Arie präsentiert. Aus aller Herren Ländern kommen die Probanden und ihre Auftritte schillern in den buntesten Farben.

Mitreißend die Sopranistinnen: Sarah-Jane Brandon (Südafrika), Mary Feminear (USA), Anna Gillingham (Großbritannien), Kirsten MacKinnon (Kanada) und Isabelle Catherine Vilmar (Deutschland); bezaubernd die Mezzosopranistinnen Kelsey Lauritano (USA), Ewa Plonka (Polen) und Virginie Verrez (Frankreich), betörend Andrew Stenson (Tenor, USA), kraftvoll die zwei Baritone Ludwig Mittelhammer (Deutschland) und Elliott Carlton Hines (USA) und mit viel Charakter Federico De Michelis (Bassbariton, Argentinien).

Neu war in diesem Jahr die Inszenierung von zwei Akten aus "Madame Butterfly" und "La Traviata". Mit wenigen Mitteln, aber vielen guten Ideen setzte Peter Konwitschny Akzente. Er zählt zu den zur Zeit interessantesten und angesagtesten Opernregisseuren und wurde mit Sonderapplaus belohnt.

Fortsetzung folgt

Vielseitigkeit und einfühlsames Interpretieren, hohe stimmliche Qualität und tiefe Emotionalität im Ausdruck lieferten die Jungstars. Die Gala war nicht nur ein Konzertabend auf hohem Niveau, sie war pures Vergnügen und ist längst kein Geheimtipp mehr. Zum Glück gibt es eine Fortsetzung im nächsten Jahr!
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