19.12.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Museum Obermünster erinnert an Günther Zacharias zu dessen 100. Geburtstag - Einflüsse von ... Stationen und großartige Kunst aus einem viel zu kurzen Leben

Auch die Umgebung Regensburgs war immer wieder Motiv des jungen Günther Zacharias, hier eine Studie des Dorfes Kager. Die Schau ist bis zum 19. Januar zu sehen. Geöffnet ist sie täglich außer montags von 12 bis 17 Uhr. Am 24. und 25. Dezember sowie an Neujahr ist sie geschlossen. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Regensburg. Heute gilt er geradezu als Neuentdeckung. Und das ist schade. Denn wären Günther Zacharias, der vor genau 100 Jahren in eine Regensburger Künstlerfamilie hineingeboren wurde, einige Lebensjahre mehr vergönnt gewesen, dann wäre sein Bekanntheitsgrad sicher nicht derart verblasst. Doch der junge Maler fiel 1944 in der Ukraine. Von seinem enormen Talent können nur Bilder zeugen, die unter besseren Umständen wohl seinem Frühwerk zugeordnet würden.

"Verlassene Häuser"

Die aktuelle Ausstellung im Regensburger Museum Obermünster führt dies vor Augen. Anlässlich des 100. Geburtstages von Günther Zacharias, der am 13. Dezember 1913 just im Nachbarhaus des Museums geboren wurde, stellt eine Schau den Maler umfassend vor. "Die verlassenen Häuser sehen kostbar aus" lautet der Titel der Ausstellung. Der Satz stammt aus einem Feldpostbrief Zacharias' von Frankreich aus an seine Eltern. Bezeichnender ist der Untertitel der Schau: "Stationen und Kunst aus einem zu kurzen Leben."

Nur 30 Jahre alt geworden

Gerade einmal 30 Jahre als wurde Günther Zacharias. Die Ausstellung beginnt mit frühen Kinderzeichnungen - schon im Alter von fünf Jahren schuf der kleine Günther eine in bemerkenswerter Perspektive festgehaltene Ansicht des Emmerams- platzes mit dem heutigen Museum Obermünster im Hintergrund. Regensburg und seine Umgebung waren stets Thema im Schaffen.

Als junger Mann skizzierte er die Dächer über seiner Heimatstadt und Eindrücke von Sommerfrischen im nahe gelegenen Kallmünz oder Mariaort. Er entwarf außerdem Buchumschläge, Plakate und Wandgemälde für Wirtshäuser oder Kirchen. Mit der Dekorationsmalerei trat Günther zunächst in die Fußstapfen seiner Väter: Die Familie Zacharias führte mit ihrer Malerwerkstatt einen traditionsreichen Betrieb, der seit dem 18. Jahrhundert in Regensburg ansässig war.

Ihr Haus in der Oberen Bachgasse war ein offenes und geselliges Heim. Jeder Quadratzentimeter Wand soll dort bemalt gewesen sein - und zwar in mehreren Schichten. Günthers Onkel betrieb in den Räumen ein Fotoatelier, zu dessen Kunden auch der Fürst von Thurn und Taxis zählte.

Das familiäre Umfeld und Günther Zacharias' Kindheit zu beleuchten ist ein erklärtes Anliegen der Ausstellungsmacher. Gilt es doch, "die Sterne zu erahnen, die einst über dem Elternhaus strahlten". So formuliert es Stefan Reichmann. Der Kunsthistoriker und Biograf hat es sich seit Jahren zum Ziel gemacht, den einst so vielversprechenden Günther Zacharias vor dem Vergessen zu bewahren. Der frühe Tod ereilte Günther Zacharias Anfang 1944. Ein Kamerad berichtete Günthers Bruder Curt, dass Zacharias einen Bombenalarm nicht gehört hatte. Zu dem Zeitpunkt saß er auf einem Hausdach und malte.

Der Krieg hatte Günther Zacharias aus einer künstlerischen Laufbahn herausgerissen. Im Wintersemester 1937/38 hatte er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München begonnen.

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