09.05.2017 - 21:56 Uhr
Deutschland & Welt

Naidoo: „Freunde jeglicher Nationalität“ „Marionetten“ kein Rechts-Pop

Mannheim. (dpa/jrh) Der Popsänger Xavier Naidoo hat sein umstrittenes Lied "Marionetten" gegen den wachsenden Vorwurf von Rechtspopulismus verteidigt. In dem politikerkritischen Song gehe es "um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen", teilte der Musiker der Popgruppe Söhne Mannheims am Dienstag in seiner ersten Stellungnahme mit.

Xavier Naidoo und Mitglieder seiner Band diskutierten mit Mannheims Oberbürgermeister über ihren umstrittenen Song. Bild: dpa
von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Bewusst überzeichnet"

Diese Beschreibung sei "bewusst überzeichnet". Per Facebook räumte der 45-Jährige ein: "Das mag missverständlich gewesen sein." Naidoo ist Mit-Autor des Lieds "Marionetten", in dem es über Politiker heißt: "Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter." Am Montagabend hatte die Band mehr als drei Stunden lang mit Vertretern der Mannheimer Stadtspitze über das Lied diskutiert.

Die Söhne Mannheims ("Geh' davon aus") teilten nach dem Treffen mit Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) mit, sie seien "traurig über die entstandenen Irritationen". "Wir verurteilen insbesondere die Vereinnahmung unserer Musik durch Feinde der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit und bekräftigen die Freiheit der Kunst und Meinungsäußerung", betonte die Gruppe am Dienstag in einem Statement. Auf ihrer aktuellen Tournee spielt die Band das umstrittene Lied nicht. Als Grund nennt sie "musikalische Motive".

Die Erklärung der Gruppe "verdeutlicht, dass die Söhne der Inanspruchnahme durch demokratiefeindliche Rechtspopulisten widersprechen und sich zum Grundgesetz (...) bekennen", teilte Oberbürgermeister Kurz mit. Naidoos Solo-Erklärung kommentierte die Stadt nicht. Comedian Michael Mittermeier kritisierte "Hass und extreme Hetze" gegen Naidoo. "Der Song "Marionetten" ist schlimmstenfalls ein mittelmäßiger Kabarett-Text", kommentierte der 51-Jährige.

Multikulti-Herkunft

"Gerade meine Herkunft prägt mich als einen multikulturellen Menschen, mit meiner südafrikanisch-irischen Mutter und meinem indisch-deutschen Vater". Naidoo hält es daher für offensichtlich, "dass ich weder rassistisch noch rechtspopulistisch bin. Ich schätze mich glücklich dass ich viele Freunde jeglicher Nationalität und jeglichen Glaubens habe."

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