Neue archäologische Funde: Caesar soll im heutigen Hessen Station gemacht haben
Alte Schuhnägel dienen als Beweismittel

Hessischen Archäologen ist offenbar der Nachweis gelungen, dass römische Truppen bereits in den Jahren 55 und 53 vor Christus Militärlager auf der rechten Rheinseite errichtet haben. Wie der hessische Landesarchäologe Egon Schallmayer am Donnerstag im Wiesbadener Schloss Biebrich sagte, hat damals aller Voraussicht nach Gaius Julius Caesar mit seinen Truppen bei dem heutigen Limburg Station gemacht. Das hessische Wissenschaftsministerium sprach von "Sensationsfunden".

Schallmayer sagte, es seien drei Schuhnägel von römischen Soldatenschuhen bei Ausgrabungen in der Nähe von Limburg gefunden worden. Nägel dieser Größe und Form seien nur bis zum Jahr 40 vor Christus verwendet worden. Die Nägel, deren oberes Ende etwa einen Durchmesser von zwei Zentimeter hat, wurden auf dem Gelände zweier früherer Militärlager gefunden. Von diesen ist heute nichts mehr erhalten, sie lagen beim heutigen Limburg-Eschhofen, direkt neben der Autobahn 3.

Große Geschichte

Es seien "scheinbar kleine Funde, aber sie schreiben große Geschichte", sagte Sabine Schade-Lindig, die das zehnköpfige Grabungsteam leitete. Die Nägel sind innerhalb der Lager an Stellen gefunden worden, wo damals Wege hinter Gräben und Wallanlagen verliefen. Neben Scherben und Getreideresten sind Lehmknollen gefunden worden, in denen sich Eisenteile verbergen, wie Schade-Lindig sagte.
Die Nägel wurden schließlich freigelegt, sie sind laut Schallmayer wegen ihrer markant aussehenden und unverwechselbaren Form einer kurzen Zeitspanne zuzuordnen. Entsprechende Nägel seien auch in caesarischen Lagern in Frankreich und Rheinland-Pfalz, jeweils auf der linken Rheinseite, gefunden worden.

Für die hessischen Archäologen steht fest, dass die aufgefundenen Lager nur provisorisch und für etwa zwei Wochen errichtet worden waren. Wie Schallmayer sagte, passt dies zu Erkenntnissen, dass Caesar offenbar nicht weit entfernt von den Lagern den Rhein überquert hatte. In seinem Werk "De bello gallico" habe er entsprechendes für die Jahre 55 und 53 vor Christus vermerkt.

Erst 150 Jahre später

Offensichtlich sei er damals also rechtsrheinisch mit seinen Armeen unterwegs gewesen, meinte Schallmayer. Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sagte, man könne stolz auf den Nachweis sein, dass Caesar in Hessen gewesen sei.

Wie Schallmayer betonte, stammen andere römische Funde und Bauten, die rechtsrheinisch liegen, aus späteren Zeiten. Der Grenzwall Limes sei beispielsweise erst 150 Jahre nach den nun datierten Lagern errichtet worden.
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