24.11.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Neuer Pixar-Film "Coco" Weiteres Meisterwerk aus dem Rechner

Pixar hat es wieder einmal geschafft. In 109 Minuten packt das Filmstudio eine anrührende Geschichte, kreiert faszinierende Animationsszenen und schafft es, dass der Kinobesucher den Saal mit einem wohligen Gefühl verlässt - und das obwohl sich in ihrem 19. abendfüllenden Film "Coco" alles um den "Tag der Toten" dreht.

Miguel und sein toter Kumpane Héctor rocken die Bühne im neuen Pixar-Animationsfilm "Coco". Bilder: 2017 Disney/Pixar (3)
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Auf was für einem Niveau Pixar mittlerweile seine Filme animiert, ist phänomenal. In "Coco" gibt es etliche exemplarische Szenen, die das belegen. Da knallt ein Feuerwerk über die Leinwand, auf einer Party regnet es Konfetti und in einem Stadion sind Zehntausende jubelnde Figuren zu sehen. Alles wirkt so geschmeidig und flüssig, dass der Zuschauer fast vergessen könnte, dass der Film in abertausenden Stunden Arbeit am Computer entstanden ist. "Toy Story", der 1995 ins Kino kam, war schon ein Quantensprung im Animations-Bereich. Während den Spielzeugen Leben eingehaucht wurde, blieben die Hintergründe allerdings noch recht starr. Seitdem haben sich die Pixar-Filme enorm weiterentwickelt. In "Coco" spielt ein alter Mann Gitarre und im Hintergrund ziehen sanfte Wellen über ein Gewässer. Pixar ist schon lange für seinen Detail-Verliebtheit bekannt. Nun mündet das in eine Perfektion, die dem Zuschauer Spaß bereitet. Bereits in "Findet Nemo" sahen die Szenen anfänglich so realistisch aus, dass sie noch einmal überarbeitet und entfremdet werden mussten. Der Film kam 2003 in die deutschen Kinos. Daran sieht man schon, wie rasant die Entwicklung bei Pixar bereits in den ersten Jahren vorangeschritten ist.

___ Wie von Miró erdacht
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Es ist aber nicht die technische Umsetzung, die "Coco" so bezaubernd macht. Vielmehr schafft es Pixar einmal mehr, eine herzerwärmende Geschichte zu erzählen - so wie das schon in "Findet Nemo", "Ratatouille", "Oben", "Alles steht Kopf" und fast allen anderen Filmen der Fall war. Dieses mal steht Miguel Rivera im Mittelpunkt, der sich selbst Gitarre spielen beigebracht hat - dabei ist bei ihm zu Hause Musik strengstens verboten. Dieser Konflikt führt schließlich dazu, dass der zwölfjährige Junge an einem der wichtigsten mexikanischen Feiertage, dem "Dia de los Muertos" ("Tag der Toten"), in eine Welt voller Skelette und Verstorbene gerät. Der neue Pixar erinnert dabei in manchen Szenen stark an "Manolo und das Buch des Lebens", bei dem Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth", "Hellboy") Produzent war. Die Szene, in der Miguel das Reich der Toten vor sich sieht, wirkt gar wie eine Hommage an "Manolo".

Einige Tiere und Fabelwesen, die im Film vorkommen, sehen aus, als wären sie vom spanischen Maler Joan Miró erdacht worden. Die Kultur Mexikos und der Umgang mit dem dort so wichtigen "Tag der Toten" ist wunderbar eingefangen worden. In jedem Moment merkt man dem Film die aufwendige Recherchearbeit an, für die Pixar bekannt ist. Regisseur Lee Unkrich sagte: "Im Verlauf von drei Jahren besuchten wir Museen, Märkte, Plätze, Werkstätten, Kirchen, Haciendas und Friedhöfe in Mexiko-Stadt, Oaxaca und Guanajuato. In Xochimilco sahen wir uns ein Theaterstück an. In Tlacolula, El Tule, San Marcos Tlapazola und Abasolo lernten wir großartige Familien kennen." Ein netter Randaspekt: Claudio Pizarro, derzeit auf Torejagd für den 1. FC Köln, hat eine kleine Sprechrolle übernommen.

___ Film mit Pixar-Charme
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Über die Lieder im Film lässt sich sagen, dass auch sie fabelhaft gewählt worden sind. Sie verleihen dem Film noch ein Stück mehr Herz. Dabei macht Pixar nicht den Fehler, ein Musical in der Tradition der abendfüllenden Disney-Filme aus "Coco" zu machen. Vielmehr bleibt sich das Animationsstudio treu und erzählt einmal mehr eine berührende Geschichte, in der die Musik den Film nur noch mehr Würze verleiht. Eindeutig hat "Coco" wieder den Pixar-Charme. Es stellt sich am Ende des Filmes einmal mehr dieses wohlige Gefühl ein, das es nach den meisten Filmen des Animationsstudios gibt. Die Filmemacher haben es wieder geschafft, ein Kunst- und Meisterwerk aus dem Rechner zu zaubern.

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Der Film startet am Donnerstag in den Kinos - Regie: Lee Unkrich und Adrian Molina - 109 Minuten - ohne Altersbeschränkung

Die Pixar-Filme

1995: "Toy Story"

1998: "Das große Krabbeln"

1999: "Toy Story 2"

2001: "Die Monster AG"

2003: "Findet Nemo"

2004: "Die Unglaublichen - The Incredibles"

2006: "Cars"

2007: "Ratatouille"

2008: "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf"

2009: "Oben"

2010: "Toy Story 3"

2011: "Cars 2"

2012: "Merida - Legende der Highlands"

2013: "Die Monster Uni"

2015: "Alles steht Kopf"

2015: "Arlo & Spot"

2016: "Findet Dorie"

2017: "Cars 3"

2017: "Coco"

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