03.06.2003 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nittenau: Festspielverein vergattert Bürgermeister als Schirmherrn für Geisterwanderung Ritter, Besen und ein scharfes Messer

(süh) Bürgermeister Karl Bley in den Armen attraktiver, aber gammelig aussehender Damen. Seine Frau Anna erhebt zwei Meter dahinter das Leberkäse-Messer - Nein, es war kein blutiges Eifersuchtsdrama, das sich gestern Abend hinter dem Rathaus abspielte. Vielmehr rückte der Theater- und Festspielverein an, auf der Suche nach einem Schirmherrn für die Geisterwanderung 2003.

von Redaktion OnetzProfil

Bley stand die Prozedur tapfer durch. Auch wenn er bis zur Ankunft seines gruseligen Besuchs eine fünfstündige Bau-Marathon-Sitzung wegen Planungsdetails zur neuen Turnhalle ertragen hatte müssen. Kaum zur Hintertür heraus spaziert, sah er sich dem redegewaltigen Wortführer der Festspielleute gegenüber: Der Kastellan von Stockenfels (Franz Joseph Vohburger) grüßte ihn aufs Schrecklichste.

Bürgermeister meist Kummer gewohnt

Als Nittenauer Bürgermeister ist man allerdings landläufig Kummer gewohnt und so hörte Bley mit fester Miene an, welch Ansinnen seine Gäste hatten. In Reimform stieß ihm das der Kastellan Bescheid, berief sich auch auf andere dämonische Mächte: "Die Geister zu Stockenfels und Hof am Regen sagten nur: Der hat auch unseren Segen", klärte Vohburger den Bürgermeister über seine Eignung als Schirmherr auf. Falls er bereit sei, das Amt zu übernehmen, bekomme er Bier und Schnaps und von den mit angereisten Hexen sogar einen Kuss. Da konnte das Stadtoberhaupt nicht mehr aus.

Dreiburgen-Kinder tanzen mittelalterlichen Reigen

Für gutes Wetter sollten die Hexen bei den Aufführungen aber bittschön selber sorgen, meinte er. Eine mehr als wunderschöne Dreingabe hatten die Dreiburgen-Kinder noch für den neuen Schirmherrn übrig. So durfte er einen mittelalterlichen Reigen mit ihnen tanzen. Die Buben bewiesen nachher, dass sie auch mit dem Holzschwert schon wacker umzugehen wissen. Apropos nachher: Anna Bley versorgte der Geister Rott großzügig und liebevoll mit Brotzeit und Bier. Mit ihrem Messer schnitt sie wirklich nur den Leberkäse. Sie kam weder ihrem Gatten noch den Hexen zu nah, als der Kastellan dafür sorgte, dass sein Bussi-Versprechen auch eingelöst wurde.

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