29.07.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Pfarrerin Sabine Albert-Vötsch verabschiedet: Vieles im Herzen aus Eschenbach mitnehmen: "Alles hat perfekt zusammengepasst"

Der Mensch denkt und Gott lenkt - manchmal auch in eine völlig unvorhersehbare Richtung. So ist es auch der evangelischen Pfarrerin Sandra Albert-Vötsch ergangen. "Ich werde Kisten packen und nach Singen ziehen. Heute ist meine Verabschiedung", erklärte sie ihrer Gemeinde am Sonntag im Gottesdienst.

von Redaktion OnetzProfil

In ihrer Predigt ging es darum, dass Christen auf einem Fundament zusammensitzen, das Christus ist, und das die Eschenbacher mit allen andern verbindet - also auch in ihrem neuen Wohnort Singen am Bodensee. In ihrem Rückblick umschrieb Albert-Vötsch ihr erstes Jahr in der Rußweiherstadt mit "Namen lernen und staunen, dass offenbar jeder außer mir jeden kennt und alles weiß".

Als Teil der Gemeinde

Im folgenden Jahr habe sie die vielen Namen, Zusammenhänge, Geschichten und Traditionen gekannt: "Ich fühlte mich als Teil dieser Gemeinde. Da war ich angekommen . . . und ich wünschte mir: Das könnte ewig so weitergehen." Alles habe perfekt zusammengepasst in einer Gemeinde, in der Teamarbeit möglich sei und in der man sich zusammenraufe, erklärte die Seelsorgerin.

Allerdings gebe es Umbrüche und unvorhersehbare Situationen, "in denen unsere irdischen Gebäude ins Wanken geraten". Sie werde im Herzen vieles aus Eschenbach mitnehmen und weitergeben sowie "vielleicht woanders auf andere Art weiterbauen an dem Fundament, das Christus gebaut hat und das uns alle verbindet".
Dekan Wolfgang Scheidel entband die Seelsorgerin offiziell von ihren Aufgaben in der Rußweiherstadt und segnete sie für ihren neuen Lebensabschnitt in Singen. Er sprach von eindeutigen Akzenten, die die Pfarrerin gesetzt habe, sowie von Kreativität und Mut. Pfarrer Günter Daum aus Grafenwöhr, mit dem Albert-Vötsch die Abendmahlsfeier hielt, wird die Pfarrstelle Eschenbach in der Vakanz betreuen.

Bürgermeister Peter Lehr dankte ihr für ihr Wirken. "Sie haben gebaut und aufgebaut, Sie haben in vielen Bereichen sichtbare, positive Spuren hinterlassen." Er wünschte Gottes Segen und überreichte ein Bild von der Eschenbacher Kreuzkirche. Seinen Worten schlossen sich die Reden von Otmar Buchmann, Rektor der Markus-Gottwalt-Schule, Josef Schreglmann vom katholischen Gemeinderat Kirchenthumbach und Pfarrer Thomas Jeschner an.

Segel richtig setzen

Der Stadtpfarrer hob besonders die gemeinsamen Schulgottesdienste hervor. Er schloss mit einem Wort als Wunsch: "Entscheidend ist nicht, wie der Wind weht, sondern wie die Segel gesetzt sind." Ferner hielt Stadtverbandsvorsitzender Vinzenz Dachauer eine launige Rede ("Der Rußweiher reichte nicht, es musste der Bodensee sein!") und übergab einen Karton mit französischem Wein.
Karin Reul vom Katholischen Frauenbund, Käthe Pühl aus Neustadt am Kulm als Mitglied der Landessynode, Birgit Drechsler, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, und Sigrid Schönthier als Leiterin des Kirchenchores lobten die gute Zusammenarbeit und die abwechslungsreichen Gottesdienstformen, die Pfarrerin Albert-Vötsch verwirklicht habe. Birgit Drechsler sprach von "frischem Wind, neuen Ideen und neuen Leuten, die zur Kirchengemeinde fanden".

Pfarrer Ralph Knoblauch aus Tirschenreuth und Pfarrer Klaus Rettig aus Speichersdorf für die Kulmregion würdigten Albert-Vötschs Wirken im Dekanat Weiden und übergaben Karten für die Brengenzer Festspiele als Geschenk. Sandra Albert-Vötsch dankte allen Rednern, Mitarbeitern und Nachbarn, vor allem aber ihrem Sohn Kai und Mesnerin Karla Gerchau.

Den Gottesdienst gestalteten der evangelische Kirchenchor unter Leitung von Sigrid Schönthier und der Posaunenchor Wirbenz-Kemnath-Immenreuth unter Leitung von Susanne Krapf aus Wildenreuth musikalisch.

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