12.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Pianistin Elzbieta Mazur beeindruckt bei den Wurzer Sommerkonzerten mit ihrem ... Von Schuberts Wiener Charme bis Chopins Spianato

Pianistin Elzbieta Mazur beeindruckte die Zuhörer bei den Wurzer Sommerkonzerten mit ihrer Einfühlsamkeit. Bild: Kempf
von Susanne KempfProfil

Vollkommen entrückt in eine ferne Melodienwelt wirkte die Künstlerin, die jedes Stück kurz erklärte: Eine beeindruckende Einfühlsamkeit in das Werk der am Sonntagabend in Wurz gespielten Komponisten zeigte Pianistin Elzbieta Mazur. Die in Polen geborene Künstlerin erzählt über sich: "In meiner Biografie waren es schwere Prüfungen und viel Leid, die mein Leben geprägt haben."

Ablauf verändert

Das Einfühlungsvermögen in menschliche Schicksale, verbunden mit dem Denken und Handeln eines Menschen spürt, der Zuhörer beim Vortrag. Den vorgesehenen Programmablauf verändert sie, erzielt dadurch eine Steigerung des musikalischen Eindrucks, der inneren Geschlossenheit der Darbietung.

Der Vortrag der charismatischen Pianistin beginnt mit der heiteren Stimmung und dem Wiener Charme eines Walzers von Franz Schubert, führt dann durch das Schubert-Impromptu D 935,3 aus einer lyrisch-verspielten Grundstimmung in ein Wechselbad der Gefühle. Es folgt das anspruchsvolle Werk von Frederic Chopin (1810-1849). Auch hier verändert die Künstlerin die geplante Abfolge der drei Stücke, beginnt mit der Fantasie f-Moll op. 49.

Der polnische Komponist, der einen Großteil seines Werkes im Pariser Exil schuf, war geprägt von gesellschaftlich-politischen Entwicklungen seiner Zeit. Aufständische brachten ein Revolutionslied mit ins französische Exil, Chopin griff die Grundmelodie auf, verarbeitete das Motiv und entwickelte es zu einem kraftvollen Epos. Elzbieta Mazur verstand es mit ihrer tiefenentspannten Darbietung, die Facetten und die Entwicklung des Werkes zu vermitteln. Sein Andante spianato begann Chopin als unbekümmerter junger Mensch in Warschau, es zeigt "die jugendliche Freude eines Virtuosen, Tonkaskaden hervorbringen zu können", so Mazur.

Fasziniert von Musik

Die Künstlerin wirkt deutlich fasziniert von der ihr anvertrauten Musik. Erkennbar ist dies auch im zweiten Teil des Konzertes, in dem Mazur die "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski (1839-1881) darbietet. Der russische Komponist setzte in diesem Werk Eindrücke musikalisch um, die Zeichnungen des russischen Architekten, Bildhauers und Malers Wiktor Hartmann in ihm geweckt hatten.

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