01.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Prominente unterstützen Bibliotheken und Archive mit Hilfsappell - "Initiative sollte vom Bund ... Das schriftliche Kulturgut erhalten

von Agentur DPAProfil

Große Bibliotheken und Archive haben in einem Weimarer Appell mehr Geld für den Erhalt alter Dokumente und Bücher gefordert. Modedesigner Karl Lagerfeld, Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt und Verlegerin Friede Springer setzten ihre Unterschrift unter die Erklärung. Originale der kulturellen und wissenschaftlichen Überlieferung müssten genauso gesichert werden wie Baudenkmäler, heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Aufruf.

"Die Initiative sollte unserer Meinung nach vom Bund ausgehen", meinte der Direktor der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, Michael Knoche. Die Kulturhoheit liege zwar bei den Bundesländern, diese seien aber finanziell überfordert. Alle Bücher, die bis zum Jahr 1850 erschienen seien, müssten erhalten bleiben. Bei jüngeren, mehrfach vorhandenen Büchern müssten sich Bibliotheken absprechen, wer ein Exemplar konserviere.

Wichtig seien richtige Lagerbedingungen, also etwa 18 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit, in den Magazinen, erklärte Knoche. Gehörten Objekte zum national wertvollen Kulturgut, müssten sie gepflegt und wenn nötig restauriert werden. Altes Papier müsse man vor Zerfall retten, historische Einbände restaurieren. Dafür fehltenin Bibliotheken und Archiven generell die Mittel. Auch die Archivarin der Universität Münster, Sabine Happ, forderte den Erhalt von Originalquellen.

Getragen wird der Appell, den man im Internet unterzeichnen kann, von der "Allianz schriftliches Kulturgut erhalten". Seit dem Brand der Weimarer Bibliothek 2004 ruft sie jedes Jahr zu einem Aktionstag für den Erhalt schriftlichen Kulturguts auf. Zu den Unterzeichnern des Appells zählen Filmemacher Wim Wenders, Geigerin Anne-Sophie Mutter und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.

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