17.04.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Regensburger Galerist Ludwig Hammer stellt Bilder für große Ausstellung im Elsass zur Verfügung Frankreich entdeckt Hélène de Beauvoir

Ludwig Hammer und Hélène de Beauvoir - das ist eine besondere Beziehung. Seit der Regensburger Galerist sich des Nachlasses der Künstlerin angenommen hat, arbeitet er daran, "seiner" Hélène aus dem Schatten ihrer berühmten Schwester Simone de Beauvoir heraus zu verhelfen.

Der Regensburger Galerist Ludwig Hammer verzeichnet einen neuen Erfolg: Bilder aus dem Nachlass seines Schützlings Hélène de Beauvoir und einige ihrer Werke im Privatbesitz sind derzeit in einer großen Ausstellung im Musée Würth im Elsass zu sehen. Bild: Susanne Wolke
von Susanne WolkeProfil

Regensburg. Mit zunehmendem Erfolg. Der neueste Schritt in Sachen internationaler Popularität Hélène de Beauvoirs: Das Musée Würth im elsässischen Erstein widmet der Künstlerin und ihrem ansprechenden Werk derzeit eine große Ausstellung. "Hélène de Beauvoir - Artiste et femme engagée" lautet der Titel der Schau. Ins Licht gerückt wird dabei nicht nur die Künstlerin sondern auch die Frauenrechtlerin.

Nie dagewesene Würdigung

Denn das war Hélène de Beauvoir ebenfalls, wenn auch auf eine zurückhaltende Art. Hier gilt es also gleichsam, sie aus dem Schatten der kämpferischen Schwester zu lösen. Eine groß angelegte Schau ganz in der Nähe der Wahlheimat der Künstlerin im Elsass huldigt nun also Hélène de Beauvoir. Das Musée Würth zeigt in der Ausstellung einerseits die farbenfrohen Stimmungen von Mensch und Tier im Rhythmus der Jahreszeiten.

Aber auch arbeitende Frauen, die Hélène de Beauvoir immer wieder dargestellt hat, sind hier zu sehen. Eine bislang nie dagewesene Würdigen erfahren Hélènes Bilder über die Pariser Studentenunruhen von 1968 - die Künstlerin war laut Ludwig Hammer die einzige ihrer Zunft, die diese bildnerisch festgehalten hat.

Für den Regensburger Galeristen ist die Ausstellung in Erstein bei Straßburg "das Beste, was einem passieren kann". Und eine Geschichte für sich. Denn hinter der Ausstellung über die stets vornehme und höfliche Malerin Hélène de Beauvoir steckt Reinhold Würth. Was den Mann betrifft, der es vom einfachen Schraubenhändler zu einem der reichsten Männer Deutschlands gebracht hat, ist Ludwig Hammer ebenfalls voll des Lobes. Denn Würth, den Hammer gleichsam als höflich-zurückhaltenden Menschen mit viel Stil beschreibt, ist künstlerischer Mäzen einer besonderen Größenordnung: Elf Museen in ganz Europa hat er errichtet.

Zurück in Geburtsstadt

Dass Würth auch im Centre Pompidou Einfluss hat, ist mit ein Grund, dass Hélène de Beauvoir hier nun ebenfalls verstärkt vertreten ist. "Über das Elsass, wo sie gelebt hat und gestorben ist, kommt Hélène nun also wieder zurück in ihre Geburtsstadt Paris", resümiert Hammer diesbezüglich.

Vor allem aber kamen erst einmal etliche Arbeiten der Künstlerin von Regensburg nach Erstein. "In der Ausstellung sind viele Leihgaben von Regensburger Sammlern zu sehen", berichtet Hammer. Dass wochenlang Spezialtransporte unterwegs waren von der Oberpfalz ins Elsass, ist der Verdienst des Regensburger Galeristen. Denn er machte nicht nur Regensburg zum neuen Anlaufpunkt für die Kunst Hélène des Beauvoir, er widmet sich dem Erbe seines Schützlings mit vorbildlichem Herzblut. Und mit großem Erfolg.

Die Ausstellung "Hélène de Beauvoir - Artiste et femme engagée" läuft bis zum 9. September im Musée Würth im französischen Erstein.

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Weitere Informationen:

www.musee-wurth.fr

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