27.12.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Rick Parfitt verstorben Tod an Heiligabend

Marbella/London. Der Mann war stets die Freundlichkeit selbst. Vor drei Jahren, nach einem Konzert in Nürnberg, kam Rick Parfitt kurz ins Grübeln und ließ anklingen, dass es irgendwann wohl doch Zeit zum Aufhören sei. Für den Briten aber galt der Titel eines Songs, der zum 40-jährigen Bandjubiläum von Status Quo aufgenommen worden war: "The Party Ain't Over Yet". Die Party ging weiter, weil Millionen von Fans nicht müde wurden, den meist aus nur drei Akkorden bestehenden Sound zu hören.

Der Gitarrist der britischen Rockband Status Quo, Rick Parfitt, bei einem Konzert im Jahr 2009. Bild: dpa
von Autor HOUProfil

Rick Parfitt kam 1967 zu Status Quo und war mit dabei, als Hits wie "Ice In The Sun" und "Pictures Of Matchstick Men" entstanden. Neben ihm stand in all den Jahren danach Francis Rossi an der Rampe. Fast schon ein Zwillingspaar, ausgerüstet mit Fender-Telecaster-Gitarren. Wenn sich der Vorhang öffnete, explodierte die Stimmung: Laut, schrill, heftig. Wie ein Orkan, der völlig anders war als von den Bands, die in den 1960-er Jahren entstanden.

Es gab Hits im Dutzend und über 100 Millionen verkaufter Tonträger. Ohne Rick Parfitt war "In The Army Now" nicht denkbar. Er und Rossi bildeten gemeinsam die Status-Quo-Visitenkarte, auf der auch Songs wie "Gerundula", "Down Down", "Whatever You Want", "Caroline" und "Rockin' All Over The World" standen.

Der aus Woking in der Grafschaft Surrey stammende Parfitt musste viele private Schicksalsschläge hinnehmen. 1997 bekam er vier Bypässe, 2005 stellte sich eine Kehlkopferkrankung ein. Immer wieder gab es Herzprobleme. Sie waren heuer im Juni nach einem in der Türkei erlittenen Infarkt so akut, dass Status Quo ohne ihn weiter auf Tour gehen musste. 1980 war seine Tochter Heidi im Alter von vier Jahren ertrunken. Gleichwohl: Rick Parfitt plante ein Comeback. Ihm schwebte ein nur auf ihn allein zugeschnittenes Rockprojekt vor.

Sein Herz aber hörte nun aus einem ganz anderen Grund völlig unerwartet auf zu schlagen. Parfitt war vor einigen Wochen in seiner Wahlheimat Marbella mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gekommen. Daraus entwickelte sich eine Infektion, die an Heiligabend zu seinem Tod führte. Rick Parfitt wurde 68 Jahre alt.

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