09.07.2017 - 14:22 Uhr
Deutschland & Welt

Schwäbischer Alb sind Unesco-Welterbe-Stätte Unesco-Tagung in Krakau

Krakau. Die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg sind in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das gab das Komitee am Sonntag in Krakau bekannt. Für Deutschland ist es bereits der 42. Titel. Laut Unesco zeugen die sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb von einer der frühesten figurativen Kunst weltweit und liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung der Kunst. Im vergangenen Jahr waren zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung von Le Corbusier zum Weltkulturerbe erklärt worden.

"Venus"-Frauenstatuette aus der Hohle-Fels-Höhle bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis). Bild: : Marijan Murat/dpa
von Agentur DPAProfil

Die Höhlen rund um Blaubeuren gelten als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete für Archäologen. Unter anderem fanden Forscher dort die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die 40 000 Jahre alte "Venus vom Hohle Fels". Seit den 1860er Jahren gibt es in den Höhlen Ausgrabungen, sie brachten zahlreiche bis zu 43 000 Jahre alte figürliche Darstellungen zutage, darunter Mammuts, Höhlenlöwen, Pferde und Musikinstrumente, aber auch Frauenkörper und Darstellungen von Mischwesen aus Mensch und Tier.

Die Fundstücke gehören zu den ältesten Zeugnissen für eine bewusste künstlerische Betätigung des frühen Menschen. Die wichtigsten Funde aus dem Bereich der Schwäbischen Alb können in Museen in Ulm, Tübingen und Blaubeuren besichtigt werden. Das Welterbe-Komitee tagt noch bis zum 12. Juli in Krakau und entscheidet insgesamt über die Aufnahme von mehr als 30 neuen Stätten aus aller Welt.

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