Schwimmmeister, Förderkreis-Vorsitzender und Helfer installieren Solaranlage
Kollektoren sollen Defizit senken

Altglashütte. (nm) Um gute Ideen waren die Männer und Frauen um Siegfried Walter und Engelbert Träger noch nie verlegen. Zusammen mit zahlreichen Helfern läuteten die beiden eine neue Runde im Kampf um den Fortbestand des Freibades Altglashütte ein. Auf einer Fläche von 60 Quadratmetern wurden Sonnenkollektoren verlegt.

Walter - er ist Schwimmmeister in der Freizeiteinrichtung - und der Vorsitzende des Förderkreises beziehungsweise der Hohenthaner Wasserwacht, Träger, hatten bereits vor einigen Wochen zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen. Damals verlegten Mitglieder aus den Reihen der beiden Gemeinschaften 50 Quadratmeter Kollektorfläche. Im Rahmen eines weiteren Gewaltaktes kamen nun 60 Quadratmeter hinzu. Die Aktion wurde am Samstag abgeschlossen.

Allerdings enden die Freizeitopfer nur kurz. Geplant ist, den Umfang der Platten zu verdoppeln. Insgesamt stehen dann 220 Quadratmeter zur Verfügung. Sie sollen dafür sorgen, dass sich der Ölverbrauch um 30 bis 50 Prozent verringert. Durchschnittlich schlugen während des letzten Sommers 50- bis 60000 Liter zu Buche.

Umweltfreundlichkeit wichtiger Aspekt

Gerade in Zeiten hoher Energiepreise lassen sich so die Bewirtschaftungskosten und damit auch das Defizit des Badebetriebes drastisch senken. Der für die Umwälzpumpen der Solaranlage benötigte Strom verursacht nur einen Bruchteil des ansonsten anfallenden Aufwandes für die Ölfeuerung. Nicht zu vergessen auch die Umweltfreundlichkeit als wichtigen Aspekt.

Kopfzerbrechen hatte im Vorfeld die Frage bereitet, wie der Kollektorbetrieb in der alltäglichen Praxis ablaufen soll. Ein geschlossener Kreislauf mit Wärmetauschern hätte beträchtliche Investitionen vorausgesetzt. Findige Köpfe in den Reihen der Wasserwacht und des Förderkreises tüftelten aber eine andere Lösung aus.

Die Entscheidung fiel zu Gunsten eines offenen Systems. Wasser wird aus dem Schwimmbecken entnommen und durch Schläuche gepumpt, die im Inneren der Kollektoren verlaufen. Das flexible Schlauchmaterial ist nicht nur belastbar, sondern weist auch weitere positive Eigenschaften auf. So absorbiert der Kunststoff die Wärme besonders gut. Die gerippte und damit vergrößerte Schlauchoberfläche trägt ebenfalls dazu bei, Sonnenstrahlen einzufangen.

Das Wasser erwärmt sich bei der "Reise" durch die Leitungen um rund fünf Grad. Mit dem Ergebnis sind die Verantwortlichen rundum zufrieden. "Die Temperaturdifferenz ist im Vergleich zu einem geschlossenen System niedrig. Aufgefangen wird dieser Nachteil aber durch die große Menge, die durchgepumpt werden kann", erklärte Walter.

Sponsor stellt Ausrüstung zur Verfügung

"Regulär" finanzieren hätte sich die Anlage nicht lassen. Immerhin kostet ein Quadratmeter Kollektorfläche rund 400 Mark - ganz abgesehen vom Montageaufwand. Walter und Träger brachten ihre Kontakte ins Spiel und fanden einen Sponsor. Er stellte die Solarausrüstung kostenlos zur Verfügung. Und dafür, dass die im fünfstelligen Bereich liegende Summe für die Installation entfiel, sorgten Helfer, denen die herrlich gelegene Freibadanlage ans Herz gewachsen ist.