Steven Spielberg wird 70
"Ewiges Kind Hollywoods"

Steven Spielberg mit Frau Kate Capshaw. Am Sonntag feiert der Regisseur 70. Geburtstag. Bild: dpa

Los Angeles. Der grüblerische Steven Spielberg und sein draufgängerischer "Indiana Jones"-Held Harrison Ford haben einiges gemein. Die Stars sind beide über 70 Jahre alt, wenn das fünfte "Indy"-Abenteuer im 2019 in die Kinos kommt. Und Spielberg, der am Sonntag 70. Geburtstag feiert, ist wie Ford vom Filmgeschäft kein bisschen müde.

"Ich werde bis an mein Lebensende Regie führen", sagte der Oscar-Preisträger im Mai beim Filmfest in Cannes. Es sei eine tolle Arbeit voller Freude. Doch "Indiana Jones" ist nur eines von vielen laufenden Spielberg-Projekten. Ende 2017 will er das auf einer wahren Geschichte beruhende Historiendrama "The Kidnapping of Edgardo Mortara" auf die Leinwand bringen. 2018 soll der Sci-Fi-Thriller "Ready Player One" über eine Online-Welt im Jahr 2044 fertig sein.

"Der weiße Hai", "E.T." "Krieg der Welten" - so produktiv, abwechslungsreich und dabei qualitativ verlässlich wie Spielberg ist kein anderer Hollywood-Regisseur. Seine Liebe zum Film begann früh. "Seit ich zwölf Jahre alt war, habe ich Filme gedreht, damals noch auf Acht Millimeter. Ich wüsste gar nicht, wie ich ohne das Filmemachen existieren sollte", sagte er 2011 der dpa.

"Der weiße Hai" mit 28

Gerade 28 Jahre alt schreckte er mit "Der weiße Hai" Hollywood auf und läutete die Ära der "Blockbuster"-Filme ein. Mit "Unheimliche Begegnung der dritten Art" und "Indiana Jones" setzte Spielberg seinen Siegeszug fort. "E.T." (1982) war der bis dahin kommerziell erfolgreichste Film überhaupt und wurde erst von Spielbergs "Jurassic Park" und später von "Titanic" überholt.

Spielberg brachte Milliarden in die Kinokassen, wurde aber als "ewiges Kind Hollywoods" nie ganz ernst genommen. Das änderte sich mit dem Drama "Die Farbe Lila" (1985) über das Schicksal einer schwarzen Frau in den US-Südstaaten, das mit elf Oscar-Nominierungen bedacht wurde.

Die große Wende kam mit dem Holocaust-Drama "Schindlers Liste", für das er 1994 den Golden Globe und zwei Oscars - für Regie und Produktion - bekam. Spielberg drehte über Monate hinweg vor den Toren des Konzentrationslagers Auschwitz. Er betrieb Nachforschungen über eigene Verwandte, die im Holocaust getötet worden waren. Zudem gründete er die Shoah Foundation, um den Holocaust mit Zeitzeugen-Interviews zu dokumentieren. Er habe sich damals gefragt, ob dies vielleicht sein letzter Film sein könnte, sagte Spielberg im Juni dem "Hollywood Reporter". Das Trauma, diese Geschichte zu erzählen, habe ihn stark mitgenommen.

Zweiter Regie-Oscar

Erst vier Jahre später meldete sich der Regisseur mit "Vergessene Welt: Jurassic Park" zurück. Als Produzent mischt er derzeit in der "Jurassic World"-Fortsetzung mit, die im Juni 2018 anlaufen soll. Der Mitbegründer des Dreamworks-Studios hat auch zahlreiche Mini-Serien für das Fernsehen gedreht, darunter "Band of Brothers - Wir waren wie Brüder" und "The Pacific". Seinen zweiten Regie-Oscar bekam er 1999 für "Der Soldat James Ryan".

Doch jetzt sei er "super begeistert" von "Indiana Jones 5", wie der Regisseur dem "Hollywood Reporter" im Juni versicherte. Über den Plot wollte er nichts verraten, nur so viel: "Ich werde Harrison (Ford) am Ende nicht töten." Das sind gute Nachrichten für die Fans und den Schauspieler, der zuletzt als Han Solo im siebten Film der "Star Wars"-Saga das Zeitliche segnete.
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