03.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Tierschützer schlagen vor Voyage-Gastspiel Alarm Zirkus spricht von Hetzkampagne

Nilpferd Jedi liegt mit seinen zweieinhalb Tonnen Gewicht im Wassercontainer. "Sie ist ein Zirkusprofi", sagt Direktor Alois Spindler. Das 36 Jahre alte Tier lebt seit 32 Jahren unter Menschen. Bild: Huber
von Redaktion OnetzProfil

Amberg. (tk) Viel Platz hat Flusspferd Jedi nicht. Das Tier lebt in einem Wassercontainer, den es nur ab und zu verlässt - für Auftritte in der Manege und Ausflüge auf die Trockenliege, die sich hinter einer Rampe in einem umzäunten Gelände befindet. Ist das noch artgerecht oder eine Qual? Bettina Richter vom Circus Voyage, der ab Donnerstag auf dem Dultplatz gastiert und derzeit dort aufbaut, spricht grundsätzlich von ordnungsgemäßer Haltung. Nicht so die Tierschutzorganisation Peta.

Sie teilte am Dienstag per Presseinformation mit, der Circus Voyage sei für seine "tierquälerische Haltung" bekannt. Auffällig sei beispielsweise, von wie vielen Narben eine der Giraffen regelrecht übersät ist. Darauf antwortet Bettina Richter: "Ich leugne gar nicht, dass eine unserer Giraffen Narben hat." Das Tier sei im Gehege ausgerutscht und habe sich verletzt. Auch Menschen hätten Narben, von Quälerei sei dann aber nie die Rede.

Herdentier ganz allein

Auf das Flusspferd Jedi geht eine Peta-Sprecherin in dem Schreiben an die Amberger Zeitung ebenfalls ein. Ein Herdentier dürfe sein Dasein nicht alleine in einem Wassertank fristen. Bettina Richter kann Sätze wie diese nicht mehr hören: "Das ist in jeder Stadt, in die wir kommen, dasselbe. Das ist ja nichts Neues."

Peta verschicke jeweils Mitteilungen an die Medien, suche aber nie den Kontakt zu den Veterinärämtern. Die Zirkus-Sprecherin ist sich sicher: "Das ist eine Hetzkampagne. Das hat mit Tierschutz nichts mehr zu tun." Im Gegenteil. Richter dreht den Spieß um und behauptet ihrerseits, dass Peta nicht unumstritten sei: "80 Prozent der Spendengelder gehen in die PR-Arbeit und Werbung." Echte Tierschützer würden ihr Geld anders, sprich effektiver ausgeben.

"Nichts verbessert"

Das wiederum stößt bei Peter Höffken auf Widerspruch. Der Diplom-Zoologe ist Wildtierexperte, seit 2011 für Peta tätig und sagt: "Wo der Zirkus auch hinkommt, wir machen auf die Missstände aufmerksam." Weil sich in den vergangenen Jahren auch nichts verbessert habe. Die Reaktion von Peta und das Werbe-Budget seien angemessen.

Grundsätzlich vertritt der Experte die Meinung, dass Giraffen, Elefanten und Flusspferde nicht in einen Wanderzirkus gehören. Da die Auseinandersetzung zwischen Peta und Voyage schon länger läuft hat Bettina Richter auch darauf eine Antwort: "Wer sagt denn, dass ein Hund oder eine Katze gerne in einer Wohnung leben?"

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