Triumpf der Liebe
Goldene Löwen in Venedig

Guillermo del Toro gewinnt als erster mexikanischer Regisseur den Hauptpreis in Venedig - mit einer berührenden und hoffnungsvollen Fantasy-Liebesgeschichte. Auch für eine deutsche Koproduktion gibt es eine Auszeichnung.

Venedig. Für seine bildgewaltige Liebesgeschichte "The Shape of Water" gewann der Mexikaner Guillermo del Toro den Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig - und ist damit der erste mexikanische Regisseur, dem diese Auszeichnung verliehen wird. Angesichts der düsteren Themen, die im Wettbewerb dominierten, ist der Preis aber gleichzeitig auch ein Triumph der Liebe und ein Appell für mehr Menschlichkeit. Es ist eine fantasievolle und berührende Geschichte, die der 52 Jahre alte del Toro mit Sally Hawkins, Michael Shannon, Doug Jones und Octavia Spencer in "The Shape of Water" erzählt. Im Mittelpunkt steht eine stumme Putzfrau, die nachts in einem riesigen Labor arbeitet. Dabei entdeckt sie ein im Wasser lebendes Wesen, das dort gefangengehalten wird. Die beiden nähern sich an und verlieben sich ineinander. Als Forscher dann aber das vermeintliche Monster töten wollen, entschließt sich die Frau, das Wesen zu befreien.

Ai Weiwei geht leer aus

"The Shape of Water" fiel beim Filmfestival Venedig auch deswegen auf, weil viele der anderen 20 Beiträge im insgesamt starken Wettbewerb um politische Krisen, gesellschaftliche Missstände und persönliche Tragödien kreisten und so auf teils drastische Weise die Realität spiegelten. Dazu gehörte etwa die Flüchtlingsdoku "Human Flow" des in Berlin lebenden Chinesen Ai Weiwei - der Künstler ging in Venedig am Ende aber leer aus. Stattdessen gab es Jubel für die andere deutsche Koproduktion "Foxtrot", in der der Israeli Samuel Maoz vom Tod eines jungen Soldaten erzählt.

Beste Schauspieler

Über verschiedene Zeitebenen und in teils skurrilen Sequenzen fängt er die Tragik des Geschehens, aber auch die Absurdität des Soldatenalltags ein. In Venedig gab es dafür den Großen Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung. Kamel El Basha gewann den Preis für den besten Schauspieler. In "The Insult" verkörpert er einen Palästinenser, dessen Streit mit einem Libanesen zu einer politischen Krise führt. Und mit Charlotte Rampling stand in "Hannah" die Frau im Mittelpunkt, deren Mann verhaftet wird und die selbst an der Isolierung durch ihre Umgebung verzweifelt - für ihre intensive Darstellung durfte die 71 Jahre alte Britin am Samstag den Preis als beste Schauspielerin entgegennehmen.
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